<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750</id><updated>2011-07-31T01:00:20.482-07:00</updated><category term='Gabriel Lansky'/><category term='Universität'/><category term='Arik Brauer'/><category term='2009'/><category term='Österreich'/><category term='josh dolgin'/><category term='Intern'/><category term='Oscar Bronner'/><category term='Schriftsteller'/><category term='Institut'/><category term='Judentum'/><category term='Hilde Zadek'/><category term='ORF'/><category term='Danielle Spera'/><category term='Gideon Singer'/><category term='ZIB'/><category term='Erich Lessing'/><category term='Opernsängerin'/><category term='Paul Chaim Eisenberg'/><category term='Otto Schenk'/><category term='socalled'/><category term='Wiener Konzerthaus'/><category term='Doron Rabinovici'/><category term='Oberrabbiner Wien'/><category term='Harry Singer'/><category term='Israelitische Kultusgemeinde Wien'/><category term='Georg Markus'/><category term='Autor'/><category term='Peter Landesmann'/><category term='Anwalt'/><category term='Schauspieler'/><category term='Ariel Muzicant'/><category term='Wien'/><category term='Der Standard'/><category term='Künstler'/><category term='Judaistik'/><category term='Fotograf'/><title type='text'>Judentum in Österreich heute</title><subtitle type='html'>Dokumentation einer Gesprächsreihe am Institut für Judaistik an der Universität Wien</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>16</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-8352849784523353086</id><published>2009-07-01T16:10:00.000-07:00</published><updated>2009-07-01T17:25:07.678-07:00</updated><title type='text'>Resümee</title><content type='html'>Die Prüfung wurde, wie ich so den Eindruck gewonnen habe, überwiegend äußerst positiv absolviert :) Viele haben am Tag der Prüfung sowie am Vortag nochmals in den Blog geschaut (120 Aufrufe am Montag, 104 Aufrufe, überwiegend vor 11 Uhr vormittags, am Dienstag :)) Danke auch für diverse Löbe (Plural von Lob?), die ich bekommen habe. Es war gar nicht so leicht, zu jedem Gast einen halbwegs guten Bericht zu schreiben, zumal einem die Lücken, Dinge, die einem für einen flüssigen Text fehlen, oft erst im Nachhinein bemerkt (und während der Gespräche kann ich auch nicht alle drei Minuten eine Zwischenfrage stellen, dass würde ich mir nicht anmaßen). So kommen also immer wieder Absätze, Sätze, Formulierungen vor, wo man sich sagen kann: Ja, schön und gut, aber wie heißt nun eigentlich die Frau von Herrn X, jetzt, wo wir gerade erfahren haben, wie seine Eltern, seine Kinder, seine Onkels und Tanten und seine Haustiere heißen. Das Problem in so einem Fall ist dann nicht, dass ich es vergessen habe (höchstens insofern, dass ich während der LV nicht nachgefragt hab), sondern, dass ich es einfach nicht weiß oder, kann auch passieren, überhört hab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Sinne verstehe ich sehr gut, was Oscar Bronner meint, wenn er sagt, er selber kann oder will nicht (mehr) wirklich journalistisch schreiben. Also können tut er es zweifellos, wie man vor allem an den frühen Jahren seiner Karriere bemerkt, aber seit er es sich leisten kann, Journalisten zu beschäftigen, verzichtet er offenkundig gerne darauf. Und zwar aus dem Grund, dass er, wenn er an einer Story recherchiert, unmöglich mit dem recherchieren aufhören kann, so lang etwas essenzielles unklar, unbestätigt oder unvollständig ist &lt;span style="font-style:italic;"&gt;(das hat er entweder hier gesagt, oder ich habs in einem Interview bzw. Biografie-Ausschnitt gelesen)&lt;/span&gt;. So kann man bei einer Tageszeitung natürlich unmöglich arbeiten, bei jenem Zeitdruck, der heute wohl noch mehr als früher vorherrscht. In diesem Sinne muss man, will man dennoch tagesaktuell arbeiten, Unvollständigkeiten in Kauf nehmen, und, auch wenn man es sicher nicht gern zugibt, Ungenauigkeiten, Schlampereien riskieren. Nicht dass das hier meine Ideologie gewesen wäre: Ich habe an jedem dieser Postings etwa zwei Stunden, an vielen sogar drei, vier oder - weil auf mehrere Tage aufgeteilt - noch mehr Stunden gearbeitet. Tendenziell immer so lange, bis ich keine Lücken mehr durch Internetrecherchen stopfen konnte. Lücken, die leider so aus den Gesprächen übernommen werden mussten. Auch das zitieren war nicht immer einfach: Da ich nicht stenografieren kann, war es schwer, mehr als eine Hand voll Aussagen im O-Ton wieder zu geben. Wenn ich mir bei einem Zitat unsicher war, habe ich es in der Regel als indirektes Zitat oder sinngemäß wiedergegeben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was das Resümee betrifft: Ich habe mir ursprünglich gedacht, am Ende einen Überblicksbeitrag zu erstellen, in denen sämtliche Schwerpunkte der LV, Kontinuitäten bei den Gesprächsgästen, nach Themen sortiert zusammenzufassen. Also was hat A über Kreisky gesagt, was B, was C usw. Allerdings wäre das etwas viel Aufwand, zumal die Prüfung ohnehin bereits geschlagen ist und auch sonst nicht wirklich eine Notwendigkeit, geschweige denn ein Publikum, dafür besteht. Immerhin: Obwohl die LV mittlerweile vorbei ist, krieg ich täglich noch 5 bis 10 Aufrufe, hauptsächlich aufgrund von Suchmaschinen-Treffern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur eines möchte ich abschließend noch festhalten: Ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung dieser Gesprächsreihe gibt, schon alleine aufgrund jener großen Gäste, die leider, aus welchen Gründen auch immer, entgegen der Ankündigung nicht kommen konnten: Ruth Beckermann, Paul Lendvai, Ioan Holender.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch es gäbe noch viele andere Persönlichkeiten, die als interessante Gesprächsgäste infrage kommen können. Etwa Karl Pfeifer, jene beeindruckende Kämpfernatur, die derzeit im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands tätig ist, und der in seinen Prozessen gegen rechte Diffamierungen von Gabriel Lansky vertreten wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder Eric Pleskow, der 1938, 14-jährig, Österreich verlassen musste und als Soldat der Army bei der Befreiung Österreichs und der darauffolgenden Entnazifizierung mitwirkte. Er führte, so die Wikipedia, auch Verhöre mit Ex-Nationalsozialisten. War er es, von dem Friedrich Peter so beeindruckt war, dass sämtlicher Antisemitismus aus ihm verflogen sei? (Friedrich Peter, FPÖ-Vizekanzler unter Kreisky, sagte Landesmann einmal, er sei bei einem Verhör nach Kriegsende von einem jüdischen US-Offizier geohrfeigt worden, was ihn dermaßen beeindruckt habe, dass er vom Antisemitismus befreit worden sei) Plescow wurde schließlich Filmoffizier, fasste Fuß in der US-Filmindustrie, produzierte unter anderem Woody Allens großartigen &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Stadtneurotiker&lt;/span&gt; und kehrte erst im Alter erneut nach Österreich zurück, wo er seit 1998 die Viennale leitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die absolute Sensation wäre aber wohl, könnte Peter Kreisky, der Sohn Bruno Kreiskys, über den wir dieses Semester beinahe wöchentlich ausführliche Erzählungen zugetragen bekommen haben, persönlich diese Vorlesung beehren und von seinem Vater erzählen. Fragt sich nur, ob er dazu bereit wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas schwieriger wäre es wohl, den ORF-Korrespondenten in Tel Aviv, Ben Segenreich, an die Wiener Uni zu bekommen. Er wäre neben Danielle Spera einer der wenigen, der nach 1945 geboren worde – er besuchte wie Spera das Französische Lyzeum in Wien, damals, so Muzicant, eine beliebte Alternative zu den geschlossenen jüdischen Schulen – und, im Gegensatz zu Spera, 1983 nach Israel auswanderte. Anders als Ronald Barazon, der, wie viele österreichische Juden, im Exil in Tel Aviv geboren wurde, nach Kriegsende aber das österreichische Klima (nicht unbedingt im politischen Sinn) jenem Israels vorgezogen haben dürfte. Laut Torberg soll ja Marcel Prawy, der, würde er noch leben, ebenfalls einen guten Gesprächspartner abgeben würde, einmal, angesprochen auf den Sechs-Tage-Krieg (oder war es ein anderer Krieg?) und seine Verpflichtung, als Jude für Israel zu kämpfen, gesagt haben: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Ich bin Wiener, was mach ich in der Wüste?"&lt;/span&gt; (so ähnlich jedenfalls) Auch Barazon absolvierte übrigens das Lycée Francaise.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem Kunstbereich wäre Andre Heller sicherlich ein interessanter Gesprächspartner. Er hat wie Otto Schenk väterlicherseits jüdische Wurzeln und wurde 1947 in Wien geboren. Mir als Filmfreund und Torberg-Verehrer ein besonderes Anliegen wäre aber auch Wolfgang Glück, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert. Von ihm stammen etwa die Torberg-Verfilmungen &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Schüler Gerber&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style:italic;"&gt;38 – Auch das war Wien&lt;/span&gt;. Was ich bisher nicht wusste, aber in einem Standard-Interview angesprochen wurde: Auch Glück stammt aus einer jüdischen Familie. Wie er zwischen 1929 und 1947, jenem Jahr, in dem in sämtlichen Internet-Quellen seine Biografie begint, unter diesen Umständen gelebt hat, ist im Internet nicht dokumentiert. Eine Biografie existiert meines Wissens nach auch (noch) nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bleiben wir bei der Kunst. Was viele bis zu jenem ORF-Bericht vielleicht nicht wussten (es spielt ja an und für sich auch keine Rolle), der Pop-Musiker Billy Joel hat jüdische Eltern. Was vermutlich noch weniger wussten: Sie stammten aus Deutschland. Und was jetzt aber wirklich niemand gedacht hätte: Billy Joels Vater, Helmut (Howard) Joel, lebt in Wien. Sein zeiter Sohn aus zweiter Ehe, Alexander Joel, ist Pianist und Dirgent und lebt, so Wikipedia, ebenfalls in Wien. Was die wohl zur &lt;span style="font-style:italic;"&gt;jüdischen Identität in Österreich&lt;/span&gt; sagen würden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was ist eigentlich mit Georg Kreisler? Gibt der noch Konzerte? Unglaublich – mit gefühlten 100 Jahren (er ist jetzt 87, gut, Zadek ist älter!) noch Konzerte geben: das letzte von dem ich weiß war 2004, aber vielleicht gab es danach noch welche?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man könnte nun sicher noch einige weitere mehr oder weniger bekannte jüdische Persönlichkeiten aufzählen, die in Österreich leben, aber jene, die mir am bekanntesten sind (und noch nicht da waren), habe ich nun erwähnt. Wobei es vermutlich noch andere Persönlichkeiten gibt, von denen öffentlich nicht oder kaum bekannt ist, dass sie Juden sind. Wolfgang Glück wäre vermutlich so jemand – jedenfalls ist mir keine Biografie bekannt, in der diesbezüglich etwas erwähnt wird. Es gibt sicher auch einige mehr oder weniger in der Öffentlichkeit stehende Personen, die öffentlich nicht unbedingt über ihre jüdische Identität plaudern wollen, sei es, weil sie ihre Religion als Privatsache nicht in die Öffentlichkeit tragen wollen, oder weil sie vielleicht, wie etwa Charles Lewinsky (Buch: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Ein ganz gewöhnlicher Jude"&lt;/span&gt;) meint, nicht als "Ausstellungsobjekt" irgendwas über Judentum erzählen wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie auch immer: Ich fand diese Lehrveranstaltung sehr aufschlussreich, ich habe sehr viel neues erfahren – vor allem über Bruno Kreisky ;-) Ich hoffe, es gibt eine Fortsetzung. Bis dahin, au revoir.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-8352849784523353086?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/8352849784523353086/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/07/resumee.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8352849784523353086'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8352849784523353086'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/07/resumee.html' title='Resümee'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-6002671507034061782</id><published>2009-06-16T04:13:00.001-07:00</published><updated>2009-06-16T04:24:18.504-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Intern'/><title type='text'>Internes</title><content type='html'>Hallo liebe Leser! Ich entschuldige mich hier erst mal dafür, dass ich die letzten zwei, seit heute drei, Gespräche noch nicht für den Blog bearbeiten konnte. Es liegt natürlich, wie unschwer zu erraten ist, daran, dass im Juni einige Arbeiten und Prüfungsvorbereitungen für andere Vorlesungen und Übungen fällig bzw. akut werden. Ich werde mich aber bemühen, noch diese Woche die ausstehenden drei Berichte zu erarbeiten, schließlich ist nächste Woche, 23. Juni, bereits die Prüfung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ihr sicher alle wisst, ich erwähne es hier dennoch, ist sie mündlich und findet zur üblichen Zeit, also ab 11.15 Uhr statt. Die Prüflinge werden voraussichtlich in kleinen Gruppen in den Raum gebeten, um in wenigen Minuten ein paar Fragen bezüglich Österreich und jüdischer Identität zu beantworten. Es wird jedenfalls nicht um persönliche Details oder Lebensläufe, wie ich sie hier interessehalber durchaus nicht unausführlich nach besten Möglichkeiten nachgezeichnet habe, gehen. Wer hier seine Erinnerungen an die Gesprächsteilnehmer auffrischen möchte, sollte sich wohl an den Absätzen über jüdische Identität orientieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Des weiteren scheint nicht nur das Gespräch mit Ruth Beckermann, Schriftstellerin (u.a. "Die Mazzesinsel") und Dokumentarfilmerin (u.a. "Zorros Bar Mizwa") zu entfallen, sondern auch jenes mit Paul Lendvai, Publizist und Osteuropaexperte, was ich sehr bedaure, sind doch beide sehr bekannte und interessante Persönlichkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenfalls möchte ich an dieser Stelle gerne noch mal jene von Herrn Landesmann vor einigen Wochen getätigte Aussage wiedergeben, dass er nach Möglichkeit in vielleicht zwei Jahren eine Fortsetzung dieser Gesprächsreihe durchführen wird, da sie augenscheinlich auf großes Interesse gestoßen ist. Der Vorlesungssaal mit seinen 40 Plätzen war zumeist überbelegt, mit Spitzen von knapp 60 interessierten Besuchern bei Danielle Spera, Georg Markus und Oscar Bronner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit fürs erste – ich muss jetzt weiter, in die Bibliothek, für meine Semesterarbeit in Publizistik, die bald fällig wird, recherchieren :)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-6002671507034061782?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/6002671507034061782/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/administratives.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6002671507034061782'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6002671507034061782'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/administratives.html' title='Internes'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-3898357235239955125</id><published>2009-06-16T04:11:00.000-07:00</published><updated>2009-06-21T16:02:48.301-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Hilde Zadek'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Opernsängerin'/><title type='text'>12. VO – 16. Juni 2009 – Hilde Zadek</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd-HfzC7UI/AAAAAAAAAHY/LgVkkCV1mSs/s1600-h/Zadek.+Landesmann.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 195px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd-HfzC7UI/AAAAAAAAAHY/LgVkkCV1mSs/s320/Zadek.+Landesmann.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5347881749785537858" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hilde_Zadek"&gt;Hilde Zadek&lt;/a&gt;, die als Opernsängerin (Sopran) an der Wiener Staatsoper Karriere machte, wurde 1917 in Posen, damals Deutschland, geboren. Sie hat zwei jüngere und zwei ältere Schwestern. Mit 91 Jahren ist sie der älteste Gast, den Landesmann im Rahmen dieser Gesprächsreihe begrüßen durfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kindheit, Jugend, Emigration&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie war 16, als sie 1934 als Jüdin die Schule verlassen musste. Die Vorgeschichte war jedoch anders, als in vielen anderen Fällen. Denn mit Beginn der Nazi-Herrschaft in Deutschland, der den Antisemitismus zur Staatsideologie erklärte, wurde es für Zadek zusehends unangenehmer in der Schule. Als eines Tages im Turnunterricht eines der Mädchen „es stinkt nach Juden“ sagte, platzte ihr der Kragen: Sie schlug dem Mädchen die Vorderzähne aus. Darauf hin hatte sie sofort die Schule zu verlassen, bevor sie womöglich von Nationalsozialisten aus der Schule abgeholt würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Deutschland einer aussichtslosen Zukunft entgegenblickend, verließ sie 1935 Deutschland in Richtung Palästina. Dort ließ sie sich als Säuglingsschwester ausbilden, als welche sie bis 1939 in Jerusalem arbeitete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre Eltern erlebten 1938 die „Kristallnacht“, in welcher ihr Vater, der ein Schuhgeschäft in Stettin besaß, verhaftet wurde. Nun sahen auch die Eltern keinen anderen Ausweg mehr, als die Emigration. Hilde konnte ihren Eltern ein Visum beschaffen. Ihr Vater kam nur unter der Bedingung aus dem KZ frei, wenn er nicht nur sofort das Land verließe, sondern auch sämtliches Vermögen bis auf 10 Mark zurückließe. Mit 10 Mark pro Person reisten also Hildes Eltern sowie ihre zwei jüngeren Schwestern nach Palästina nach. Lediglich "wertlose" Möbelstücke und Kleidung durfte die Familie in gewissem Ausmaß mitnehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der KZ-Aufenthalt des Vaters, darüber wurde auch geredet, zu Hause. Er erzählte, dass er sich sofort als Schreiber gemeldet habe, im Büro auf einem Klappbett schlafen konnte, und im Gegenzug jede erdenkliche Arbeit für seinen Vorgesetzten machte. Dadurch hatte er vergleichsweise gute Haftbedingungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Jerusalem mit leeren Händen da stehend, eröffnete die Familie mit dem Know-How ihres Vaters und dem Kundenstamm von Hilde, die als Säuglingsschwester bzw. Kinderpflegerin über zahlreiche glückliche Mütter in ihrem Bekanntenkreis verfügte, ein Schuhgeschäft in Jerusalem. Das Geschäft war winzig und nur wenige Quadratmeter groß, doch der Absatz entwickelte sich prächtig. Schon nach einem Jahr übersiedelte der neue Laden in die Hauptstraße. Mit dem so dazuverdienten Geld finanzierte sich Hilde ein Studium am Konservatorium, wo sie sich zur Sängerin ausbilden ließ. Dieses Studium, dass sie wegen des Arbeitens überwiegend am Abend, von 19 bis 22 Uhr, absolvierte, schloss sie 1945 ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Rückkehr nach Europa&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als sie das Konservatorium abgeschlossen hatte, wollte sie ehestmöglich nach Europa zurück, um ihren Wunsch, Opernsängerin zu werden, erfüllen zu können. In Palästina ging das damals ja nicht. Sie schrieb Universitäten in New York, Paris, London und Zürich an, bezüglich eines Stipendiums – das Konservatorium hat sie ja mit Auszeichnung abgeschlossen. Aus Zürich kam sodann ein positiver Bescheid, und Zadek machte sich auf den Weg. Über Alexandria konnte sie mit einem englischen Schiff nach Toulon, dem Mittelmeerhafen der französischen Marine, reisen, bezahlt hatte sie mit Singen. Von dort führten nur überfüllte Züge nach Marseille, wo sie hin musste, um über Lyon weiter nach Zürich zu reisen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Palästina hatte ihr jemand einen Brief mitgegeben, als sie ihre Reise nach Zürich verkündete. Der Briefverkehr zwischen Europa und Palästina war nach Kriegsende für ein halbes Jahr nahezu unmöglich. Sie hatte in Zürich eine Telefonnummer zu wählen, um eine Übergabe des Briefes zu ermöglichen. Die Briefe waren vom Vater der in Zürich lebenden Frau, er konnte schon seit längerem kein Lebenszeichen mehr von sich aus Palästina senden, wegen des zum erliegen gekommenen Postverkehrs. Diese Frau war Renate Langhoff, Frau des aus Deutschland geflohenen Regisseurs &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Langhoff"&gt;Wolfgang Langhoff&lt;/a&gt;. Als die beiden Frauen ins Gespräch kamen, erzählte Renate von Problemen mit ihrem Sohn (einer ihrer Söhne), und Hilde bot an, ihr ihre Erfahrung in der Kinderbetreuung zugute kommen zu lassen. So kam es, dass Hilde, die ohnehin noch keine Ahnung hatte, wo sie in Zürich leben sollte, in die Villa der Familie in Zürich ziehen durfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei einem privaten Auftritt in einer Zürcher Wohnung wurde der Direktor der Wiener Staatsoper, Franz Salmhofer, auf sie aufmerksam. Dieser bot ihr einen Auftritt in Wien an, doch bis eine Reise nach Österreich zustande kam, dauerte es noch bis 28. Jänner 1947, wohl weil sie nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besaß. Sie benötigte 13 Stempel, alleine, um von Salzburg nach Wien zu reisen (lag wohl an den verschiedenen Besatzungszonen). Bereits fünf Tage später, am 3. Februar 1947, sang sie Aida von Giuseppe Verdi, auf italienisch versteht sich, obwohl sie kein Wort italienisch sprach und kaum fünf Tage Zeit hatte, sich auf die Rolle vorzubereiten. Der Auftritt war ein voller Erfolg, und es folgten weitere Auftritte, die sie ohne wirkliche Probe spielte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Sommer 1948 sollte sie an den Salzburger Festspielen auftreten, doch ihr Pass stammte noch aus der Mandatszeit des britischen Palästina und lief mit der Staatsgründung Israels aus. Um in Salzburg auftreten zu können, brauchte sie jedoch einen (österreichischen?) Pass, jedenfalls irgendwas, um sich ausweisen zu können, auf der Reise durch die Besatzungszonen. Also geschah es, dass sie, wie unlängst auch Anna Netrebko, per Ministerratsbeschluss Österreicherin wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Als Jüdin an der Staatsoper&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie war die erste Jüdin an der Wiener Staatsoper, so Zadek. Bei einem ihrer ersten Auftritte planten einige Jugendliche (in der Staatsoper?) sie auszupfeifen. Die Jugend von damals, so Zadek, wuchs ja mit der Nazi-Indoktrination auf, sie kannten Juden ja nur so, wie sie es ständig von Lehrern oder aus der Propaganda gehört hatten: Juden hätten eine große Nase, seien klein, hässlich, stinken usw. Aber als sie nun Zadeks Auftritt sahen, wurden sie schnell eines besseren belehrt. Nach dem Auftritt sollen sie gesagt haben „Wir wollten Sie ja auspfeifen, aber dann sind wir in die Knie gegangen“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zadek hatte jedenfalls nie Schwierigkeiten als Jüdin an der Staatsoper. Sie habe dort keinen Antisemitismus wahrgenommen, weder unter den Kollegen, noch im Publikum. Sie entsprach, wie sie ebenfalls anmerkte, auch nicht den jüdischen Klischees.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der Bevölkerung gab es schon eher Probleme. Als sie die Sieglinde Hunding aus Wagners Walküre singen sollte, bekam sie einen Schmierzettel aufs Auto: „Wir brauchen keine Sarah Hunding“ – in Anspielung auf die Nazi-Einträge in Pässen von Juden, wo alle Männer zusätzlich den Vornamen „Israel“ bekommen haben, und alle Frauen „Sarah“. Zudem gab es phasenweise antisemitische Anrufe, woraufhin sie ihr Telefon überwachen ließ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sie den Antisemitismus in Österreich heute beurteilt? Das könne sie nur wenig beurteilen, so Zadek, da müsse sie zugeben, dass sie &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„auf einer Insel“&lt;/span&gt; lebe. Indirekt wisse sie aber, dass es einen starken Antisemitismus gibt. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Ich glaube, Antisemitismus hat nie aufgehört, der war immer da, wird immer bleiben.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Familie&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ihre Familie betrifft: Ihre beiden jüngeren Schwestern verließen Palästina 1946 Richtung USA, um es sich mal gut gehen zu lassen. Sie legten den wohlgemeinten Rat der Eltern jedoch etwas umfassender aus, und heirateten bereits nach einem Jahr, bekamen Kinder und blieben dort. Daraufhin hielt auch die Eltern nichts mehr in Palästina/Israel, und sie zogen nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom einstigen Besitz in Deutschland bekam die Familie nichts zurück. Die Eltern mussten sich alles wieder neu aufbauen. Erst spät bekamen sie von der deutschen Regierung eine „Wiedergutmachung“. Davon haben sie sich schließlich ein Häuschen mit Garten gekauft und &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„ein schönes Alter“&lt;/span&gt; verbracht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die beiden älteren Schwestern dürften bereits früher in die USA ausgewandert sein, sie haben sich in Seattle niedergelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Identität&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hilde selbst blieb aus beruflichen Gründen in Wien. „Ich bin sehr, sehr glücklich in Wien und würde es nicht verlassen“. Sie wollte aber dennoch ihre Verbindung zu Israel verstärken, wo sie immerhin von 1935 bis 1945 zehn prägende Jahre verbracht hat. Sie gab in Wien Gesangsunterricht und hatte dabei die Gelegenheit, von einer ihrer Schülerinnen Ivrit zu lernen. Bis dahin sprach sie die Sprache kaum, denn im Schuhgeschäft in Jerusalem kam man mit wenigen Worten aus, und damals sprachen generell die meisten Menschen noch die Sprache ihres Herkunftslandes und blieben eher unter sich: Russen, Polen, Deutsche/Österreicher waren die größten Gruppen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während ihre Geschwister in den USA &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„tiefe Wurzeln“&lt;/span&gt; geschlagen haben und &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„waschechte Amerikaner“&lt;/span&gt; wurden, lebe sie bereits &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„62 Jahre hier und spreche immer noch nicht wienerisch“&lt;/span&gt; – schließlich habe sie bis 16 in Deutschland gelebt. Ihre besten Freunde habe sie in Israel, wo sie &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„zwischen 17 und 27 die wichtigste Zeit des Lebens verbracht“&lt;/span&gt; hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Israel einst...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem sie Ivrit gelernt hatte, wollte sie auch ein Haus in Israel. Zufällig besaß in ihrem Bekanntenkreis jemand ein Grundstück in Jerusalem, das er verkaufen wollte. Die Lage sei ausgezeichnet, am Rande des Zentrums von Jerusalem, an einem Hang. Ohne das Grundstück zu besuchen – sie hatte viel zu tun – suchte sie sogleich nach einem Architekten. Sie erinnerte sich an einen, den sie bei einer Veranstaltung in der israelischen Botschaft traf, und der ihr sehr sympathisch in Erinnerung geblieben war. Den Namen hatte sie jedoch vergessen. Sie erkundigte sich und würde auch fündig. Doch der Architekt sagte, er sei bereits in Pension und habe zudem sein Leben lang nur Banken und Polizeigebäude gebaut. Trotzdem: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Bauen Sie mir ein Haus!“&lt;/span&gt; Das war etwa Anfang 1965, und der Architekt bekam den Auftrag, das Haus so zu bauen, wie es ihm gefallen würde, müsste er selbst darin wohnen. Der Architekt arbeitete gewissenhaft an diesem Auftrag und präsentierte Zadek immer wieder Modelle. Zadek war begeistert und der Bau wurde in Auftrag gegeben. Schließlich wurde das Haus fertig, Zadek reiste nach Jerusalem und bezog ihr noch nie gesehenes Haus auf einem nie betretenen Grundstück am 7. Juli 1965. Der Architekt hieß übrigens Hoffmann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;...und heute&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch vieles habe sich seither in Jerusalem verändert. Es gibt &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„so viele Bestimmungen“&lt;/span&gt;, und Zadek mag es gar nicht, viele Bestimmungen beachten zu müssen. Etwa, dass man am Schabbad nicht baden darf. Zadek hat ihr Haus in Jerusalem jedenfalls später wieder verkauft und ein neues bei Tel Aviv gekauft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sie zur gegenwärtigen Situation in der israelischen Politik zu sagen habe? Bereits beim Namen des neu gewählten Präsidenten empört sich Zadek fürchterlich: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Also, dass der Bibi heißt, ist schon unmöglich. Wie kann man als Staatspräsident so heißen, sich so nennen lassen? Noch dazu als Mann!“&lt;/span&gt; Sie selbst halte jedenfalls nichts von der israelischen Rechten, sie selbst sei ja damals auch nicht nach Palästina gegangen, weil sie Zionistin ist, sondern weil es die einzige Möglichkeit war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie sei sehr dafür, dass es ein eigenständiges Palästina gibt, also eine Zweistaatenlösung, aber sie glaube gleichzeitig auch nicht, dass das die Probleme löst. Dann würde halt der Staat Palästina gegen den Staat Israel kämpfen, so Zadek. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Ich glaube, dass der Hass, der heute in die palästinensischen Kinder geimpft wird, einen Frieden nicht zulassen wird.“&lt;/span&gt; Aber Deutschland und Frankreichen trugen auch über Jahrhunderte eine erbitterte Feindschaft aus, bevor sie die EU (den Vorgänger dazu) gründeten, wirft Landesmann ein. Das könne man nicht vergleiche, meint darauf Zadek. Die Mentalität der beteiligten Völker sei eine andere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überall wo Juden hinkämen, seien sie so begabt und fleißig, dass sie den Christen die besten Plätze wegnähmen. Sie erarbeiteten sie sich zwar hart und bekämen nichts geschenkt, doch letztendlich seien sie vielen Christen ein Dorn im Auge. Im arabischen Raum findet das ganze auf einer anderen Ebene statt: Für viele Araber sei Israel ein Dorn im Auge, so Zadek.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Politik&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zadek: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Ich bin ein völlig unpolitischer Mensch und habe nichts mit Politik zu tun“&lt;/span&gt; Landesmann erstaunt: Sie habe sich doch stets von Politikern hofieren lassen und in deren Gesellschaft sehen lassen. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Betreuen lassen ja, aber das ist kein Engagement“&lt;/span&gt; Sie gehe wählen, „selbstverständlich“, und zwar „die Sozialisten“, woraus sie keinen Hehl machen möchte. Privat habe sie sich einst auch mit Kreisky und Wiesenthal (wohl separat) getroffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Judentum&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Ich bin eine ganz ganz treue Jüdin, eine sehr bewusste Jüdin. [...] Aber ich bin keine Jüdin nach den Gesetzen der Synagoge.“&lt;/span&gt; Sie lebe nicht nach den Riten, mit der IKG habe sie auch keinen Kontakt. Deswegen sei sie aber eine genau so gute Jüdin, wie jede andere auch. Warum sie keinen Kontakt mit der IKG hat? &lt;span style="font-style:italic;"&gt;„Ich finde, die Kultusgemeinde müsste Kontakt mit mir haben, nicht umgekehrt. Ich zahle seit 60 Jahren die Beiträge“&lt;/span&gt; Jeder Erlagschein, den sie von der IKG zugeschickt bekomme, zahle sie ein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-3898357235239955125?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/3898357235239955125/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/12-vo-16-juni-2009-hilde-zadek.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3898357235239955125'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3898357235239955125'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/12-vo-16-juni-2009-hilde-zadek.html' title='12. VO – 16. Juni 2009 – Hilde Zadek'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd-HfzC7UI/AAAAAAAAAHY/LgVkkCV1mSs/s72-c/Zadek.+Landesmann.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-3981516649087712802</id><published>2009-06-16T04:05:00.000-07:00</published><updated>2009-06-21T08:44:16.375-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Anwalt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gabriel Lansky'/><title type='text'>11. VO – 9. Juni 2009 – Gabriel Lansky</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd8q2mSnEI/AAAAAAAAAHQ/LFInKfjg9_s/s1600-h/Lansky,+Landesmann.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 180px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd8q2mSnEI/AAAAAAAAAHQ/LFInKfjg9_s/s320/Lansky,+Landesmann.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5347880158178221122" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gabriel Lansky ist Anwalt in Wien, vertrat früher die SPÖ und vertritt seit einigen Jahren in die Israelitische Kultusgemeinde in rechtlichen Angelegenheiten. Zudem ist Lansky Präsident der österreichisch-israelischen Handelskammer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lanskys Eltern waren jeweils in zweiter Ehe, da beide ihre vorigen Ehepartner im KZ verloren hatten. Sie lebten nach 1945 in Prag und Jerusalem, kehrten aber 1953 nach Wien zurück.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Österreichische Verfassung, Rechtsrealität und Meinungsfreiheit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Österreich hat eine klare antifaschistische Verfassung, doch die Rechtsrealität sieht anders aus. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Die Lust der Behörden in dem Rechtsbereich sieht anders aus."&lt;/span&gt; Es bestehe eine &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"große Unlust"&lt;/span&gt;, die Wertungen des Jahres 1947 (als ehemalige Nazis noch mit hohen Strafen verurteilt wurden) heute zu übernehmen. Der Strafrahmen für Wiederbetätigung beträgt eigentlich 10 bis 20 Jahre, doch selbst &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Honsik"&gt;Honsik &lt;/a&gt;als &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"systematischer Rückfallstäter"&lt;/span&gt; bekam nur fünf Jahre, was nur bei &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"außerordentlichen Milderungsgründen"&lt;/span&gt; möglich wäre. Die Geschworenengerichte agieren zurückhaltend bei der Ausübung des Verbotsgesetzes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rücknahme des Verbotsgesetzes wäre jedenfalls "ein großer Fehler". &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Natürlich ist das ein Eingriff in das Recht auf Meinungsfreiheit – allerdings: Artikel 10 der europäischen Menschenrechtskonvention gewährt dies unter dem Vorbehalt, dass die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Bewahrung der Demokratie Eingriffe gestattet."&lt;/span&gt; (vgl. &lt;a href="http://dejure.org/gesetze/MRK/10.html"&gt;Art. 10 MRK&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wi(e)der die Kronen Zeitung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den 90er-Jahren gab es einen Prozess der IKG gegen die Kronen Zeitung, wo &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Nimmerrichter"&gt;Richard Nimmerrichter&lt;/a&gt;, besser bekannt als "Staberl", in einem Artikel etwas geschrieben hatten, was man wohl als die "Akutmachung eines latent vorhandenen Antisemitismus" bezeichnen könnte. Seit 2004 kann man das auch noch konkreter benennen: Staberl schrieb etwas in der Krone, was "antisemitische und rassistische Untertöne" hatte. Konkret war es ein Artikel, in welchem Staberl &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Ausschwitz leugnete, ohne es in einem Wort zu erwähnen".&lt;/span&gt; Im Verlauf des Prozesses wurde eine Inhaltsanalyse des Artikels vorgenommen, jedoch extra von einem Linguisten, da mit anderen Methoden die zwischen den Zeilen steckende Nachricht nicht ermittelt hätte werden können. Dadurch konnte ein Verstoß gegen das Verbotsgesetz nachgewiesen werden, doch der Prozess endete in einem Vergleich unter der Auflage einer langen Geheimhaltungsfrist, die jedoch mittlerweile abgelaufen sein dürfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Prozess, wenn er auch im Vergleich endete, führte zu einer Änderung der Blattlinie der Krone, so Lansky. Mit etwas Verzögerung wurde Staberl in die Pension geschickt, antisemitische Untertöne dürften ein wenig zurückgefahren worden sein. Vgl. auch Georg Markus, der für die Krone schrieb, was er in einem antisemitischen Umfeld wohl nicht getan hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Medien und Menschenrechte&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Österreich ist das meistverurteilte Land wegen Verstoß gegen die Meinungsfreiheit am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EuGhfM), so Lansky. Das Schema ist folgendes: Ein Medium bezeichnet Rechte als neonazistisch, woraufhin Rechte klagen und gewinnen, den "Kritik an Rechten wird bestraft", so scheint es jedenfalls. Viele Urteile werden in der Folge am EuGhfM aufgehoben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer der bekanntesten Fälle in dieser Sache war einer, wo Lansky den österreichischen Journalisten und Mitarbeiter des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands Karl Pfeifer vertrat. Diesem wurden für die heutige Zeit eigentlich unglaubliche Dinge vorgeworfen, nachdem er neonazistische Umtriebe eines deutschen Professors, der auch in Österreich publizierte, aufdeckte. Doch darauf möchte ich hier gar nicht näher eingehen, darüber gibt es in der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Pfeifer"&gt;Wikipedia &lt;/a&gt;das wichtigste nachzulesen, und in einem Dokumentar-Film über Pfeifers Leben ("Zwischen den Stühlen") kommt der fall auch ausführlich zur Sprache. Pfeifer veröffentlicht übrigens noch heute in diversen Blogs, etwa auf &lt;a href="http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&amp;Param_Kat=33"&gt;juedische.at&lt;/a&gt;, wo er Beobachtungen der rechten Szene und über Antisemitismus und Antizionismus in Österreich (und anderswo) kundtut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Anwalt der Gegenseite hieß Herbert Schaller, der regelmäßig Mandanten vertrtitt, denen Wiederbetätigung oder Verstöße gegen das Verbotsgesetz vorgeworfen werden, aber auch die FPÖ und ihre Mitglieder. Sein bekanntest Klient der jüngeren Vergangenheit: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Irving"&gt;David Irving&lt;/a&gt;. Der Richter in diesem Fall, der Pfeifer in Österreich Recht absprach bzw. schuldig sprach, hieß Maurer. Dieser, der immer wieder in vergleichbaren Fällen vergleichbare Urteile gefällt hat, wurde unter Justizminister Böhmdörfer (FPÖ, in der Schüssel-Regierung) befördert. Lansky verbindet mit Maurer jedenfalls eine &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"lange Liebesbeziehung"&lt;/span&gt;, wie er meint.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Waldheim und SPÖ&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während der Waldheim-Affäre hat die SPÖ durchaus Interesse daran gehabt, dass die Aufdeckungen über Waldheim öffentlich werden und Waldheim im Präsidentschaftswahlkampf schädigen. So habe die SPÖ dem JWC auch Informationen weitergeleitet. Doch öffentlich haben SPÖ-Politiker stets geleugnet, irgendwas mit der Waldheim-Affäre zu tun zu haben. Als sie die ÖVP auf Unterlassung klagten, ihr derartiges zu unterstellen, begingen diese SPÖ-Leute aber einen schweren Fehler. Sie behaupteten auch vor Gericht, unter Eid, weiterhin, nichts mit der Waldheim-Affäre zu tun zu haben, wurden aber letztlich überführt und acht SPÖ-Leute, so Lansky, wegen Falschaussage verurteilt. Sie hätten einfach zugeben sollen, dass sie Waldheim nicht als Präsident haben wollen. Aber das sei eben ein &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"typisches SPÖ-Problem"&lt;/span&gt;, dass sie nicht klar sagen, wie zu einem Thema stehen, und stattdessen "herumwurschteln".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Wie man gegen Neonazi-Partys vorgehen kann&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein außergewöhnlicher Fall Lanskys war jener, wo Neonazis in einem von ihnen gekauften Haus am Landstraßer Gürtel Nr. 19 (gehört mittlerweile wieder jemand anderem) wilde Feiern abhielten und auch Nazi-Parolen auf Transparenten aus dem Fenster hängten. In dem Haus befanden sich jedoch auch andere Mieter, die sich durch diese Feiern gestört und auch bedroht fühlten. Doch irgendwie gab es keine einfache Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Als einer der Bewohner Lansky als Anwalt nahm und ihn in das Haus bat, kam es sogar zu folgender Szene: Staatspolizisten vor dem Haus verweigerten Lansky den Zutritt, obwohl er sich als Anwalt eines Bewohners ausweisen konnte und oben aus dem Fenster sein Klient auf die Straße schrie, er solle raufkommen. Die Begrüngung, warum er nicht reindürfe, war, dass es zu &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"seiner eigenen Sicherheit"&lt;/span&gt; sei. Er verlangte nun, dass sie ihm das schriftlich geben, was er dann auch bekam. Er hatte nun also schwarz auf weiß, dass die Staatspolizei es für sicherheitsgefährdend sei, das Haus zu betreten, wenn Neonazis darin ihre Feiern halten. Damit in den Händen konnte Lansky im Namen der Mieter des Hauses den Vermieter auf Unterlassung derartiger Aktivitäten klagen. Die Mieter bekamen nun das Exekutionsrecht gegen ihre Vermieter, &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"die Umsetzung des Verbotsgesetzes wurde von der Polizei in die Hände der Mieter gelegt"&lt;/span&gt;, das sei einmalig in Österreich. Die Neonazis konnten also nicht mehr viel tun in diesem Haus, um ihrem Neonazismus Ausdruck zu verleihen, und verkauften das Haus wieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Situation in Österreich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie sieht Lansky die Situation in Österreich bezüglich Rasissmus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus? Es gibt eine &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"dumpfe Ausländerfeindlichkeit"&lt;/span&gt;, eine &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"dumpfe faschistische Grundstimmung"&lt;/span&gt;. Das sei eine &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"echte Gefahr, wenn Krise stärker wird"&lt;/span&gt;, es gibt ein &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"enormes faschistisches Potential"&lt;/span&gt;, das sich &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"primär gegen Moslems und Türken richten"&lt;/span&gt; wird und &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"antisemitisches Gerülpse als Nebenprodukt abgeben"&lt;/span&gt; wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Deutschland sei es eine völlig andere Situation. Da gibt es &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Hardcore-Nazis"&lt;/span&gt; und eine &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"organisierte Neonazi-Szene"&lt;/span&gt;, dafür aber &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"keine breite faschistische Grundstimmung".&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wie stehen Rechtsextreme zu Israel? &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Auch bei österreichischen Rechtsextremen gibt es eine Bereitschaft, anzuerkennen was der israelische Staat geleistet hat"&lt;/span&gt; (was an der Begeisterung für militärische Stärke liege), Zusatz: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"was sie mir um nichts sympathischer macht"&lt;/span&gt;. Israel spiele jedenfalls kaum eine Rolle bei österreichischen Antisemiten, die richten sich eher gegen die jüdische Bevölkerung, die integriert ist sowie gegen das "Weltjudentum", "jüdische Kapitalisten" usw.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-3981516649087712802?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/3981516649087712802/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/11-vo-9-juni-2009-gabriel-lansky.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3981516649087712802'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3981516649087712802'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/11-vo-9-juni-2009-gabriel-lansky.html' title='11. VO – 9. Juni 2009 – Gabriel Lansky'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd8q2mSnEI/AAAAAAAAAHQ/LFInKfjg9_s/s72-c/Lansky,+Landesmann.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-6731197127460001947</id><published>2009-06-16T03:57:00.000-07:00</published><updated>2009-06-21T07:25:14.915-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schriftsteller'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Doron Rabinovici'/><title type='text'>10. VO – 26. Mai 2009 – Doron Rabinovici</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd7fo78piI/AAAAAAAAAHI/qd07Vsv39N8/s1600-h/Rabinovici,+Landesmann.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 211px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd7fo78piI/AAAAAAAAAHI/qd07Vsv39N8/s320/Rabinovici,+Landesmann.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5347878866020771362" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doron_Rabinovici"&gt;Doron Rabinovici&lt;/a&gt; war der zehnte Gesprächsgast Landesmanns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Familiäre Herkunft&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rabinovicis Vater, der aus Rumänien stammte, aber in Wien lebte, floh während des Nationalsozialismus (mit einem Zertifikat, also legal) aus Österreich nach Palästina, die Mutter, die zwar in Paris geboren wurde, aber litauische Wurzeln hatte, kehrte nach Vilna zurück (die Beiden kannten sich damals noch nicht, Doron wurde ja erst 1961 geboren).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Litauen, und damit auch die Hauptstadt Vilna, die über einen großen jüdischen Bevölkerungsanteil verfügte und ein Zentrum jiddischer Kultur im Osten war, wurde jedoch während des Kriegs von den Nazis eingenommen, die jüdische Bevölkerung kam zu einem großen Teil ums Leben. Nicht so jedoch Rabinovicis Mutter. Sie entging ihrem Tod mehrmals durch unglaubliches Glück. Zuerst weigerte sie sich, an einem Marsch, der offensichtlich in den Tod führte, teilzunehmen. Sie blieb gemeinsam mit drei anderen Frauen zurück und hätte erschossen werden sollen. Doch der Soldat, der dies tun hätte sollen, war alleine und führte den Befehl nicht aus. Es geschah dies offenbar bereits in den letzten Momenten vor dem sowjetischen Einmarsch, da der Soldat und die drei Frauen bei der Befreiung noch immer zusammen waren. Als die Sowjets seine deutsche Uniform sahen, wurde er augenblicklich erschossen, die Frauen entkamen. Nun war ihr Leben abermals vom Tode bedroht – irgendwo in Polen gestrandet, drohte ihnen nun das verhungern, da ihnen die Dorfbevölkerungen ihre Hilfe verweigerten. Ausgerechnet sowjetische Soldaten bemerkten ihr Leid und zwangen die Dorfbevölkerung durch Bedrohung, sich um die Frauen zu kümmern – andernfalls würde etwas geschehen, wenn die Soldaten das nächste Mal das Dorf passieren, und die Frauen nicht mehr am Leben seien – so erzählte Doron Rabinovici.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfang der 50er-Jahre emigrierte Dorons Mutter schließlich nach Israel, wo sie dann ihren zukünftigen Mann und Vater Dorons kennen gelernt haben dürfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Einwanderung bzw. Rückkehr nach Österreich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1961 kam Doron Rabinovici in Tel Aviv zur Welt. Drei Jahre später entschloss sich die junge Familie, Israel zu verlassen – natürlich nur "vorübergehend". Offenbar kam für die (vorübergehende) Auswanderung nur ein deutschsprachiges Land infrage, denn da für die Mutter Deutschland als (ehemaliger) "Nazi-Staat" nicht infrage kam, fiel die zweite Wahl auf Österreich, das man, wie Österreich sich selbst auch, eher als Opfer des Nationalsozialismus denn als Mittäter betrachtete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Übersiedelung nach Wien 1964 erfolgte nach dem Murer-Prozess, bei dem Rabinovicis Mutter als Zeugin vorgesehen war. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Murer"&gt;Franz Murer&lt;/a&gt; war ein österreichischer Nationalsozialist und Kriegsverbrecher, der als "Schlächter von Vilna" bekannt wurde, da er für die Beseititung der jüdischen Bevölkerung Vilnas, der Heimatstadt Dorons Familie mütterlicherseits, zuständig war. Murer lebte, nachdem ihn die Sowjetunion, wo er zu Zwangsarbeit verurteilt wurde, an Österreich ausgeliefert hatte, in der Steiermark, wo er als ÖVP-Politiker auf Bezirksebene rasch eine neue Karriere machte. 1962 kam es auf Bemühen Simon Wiesenthals dann doch noch zu einem Prozess in Österreich gegen Murer, der das gesamte österreichische Justizsystem der Lächerlichkeit preisgab. Die gesamte Familie Murer verhöhnte vor Gericht die Opfer und Zeugen, geduldet und unterstützt vom Gericht, dass die Glaubwürdigkeit der Zeugen dadurch anzweifelte, dass im unmittelbaren Moment, in dem Murer jemanden aus nächster Nähe mit Kopfschuss getötet hat, die Zeugen die Augen kurz schlossen – es kam natürlich zu einem Freispruch, wie in fast allen Prozessen gegen Kriegsverbrecher in Österreich nach 1947. Der Murer-Prozess, so Rabinovici, hat ihn über Schilderungen seiner Mutter &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"durchaus geprägt"&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der eigentliche Grund für die "vorübergehende" Auswanderung nach Österreich war allerdings das Import-/Export-Geschäft des Vaters – Wien schien dafür bestens geeignet, und in unglobalisierten Zeiten ohne Internet, Handys und freien Handel, wie ihn die EU später ermöglichte, waren persönliche Kontakte für den Handel, der durch den eisernen Vorhang und die Ost-West-Grenzen zusätzlich erschwert wurde, unabdingbare Voraussetzungen für ein erfolgreiches Unternehmertum im Import- und Exportgeschäft. Diese Voraussetzungen brachte Vater Rabinocivi mit, und das Geschäft lief gut. So gut, dass man nach zwei Jahren meinte, man bleibe doch noch eine Weile, damit der Junge hier noch seine Matura abschließen kann. Eine Rückkehr war aber nach wie vor vorgesehen, denn die Ansicht, dass man als Jude nicht in Österreich leben könne, war auch bei den Rabinovicis vertreten. Die Zeit verging jedoch wie im Flug, und die Familie schlug allmählich Wurzeln in Österreich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Jugend und Politisierung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuhause wurde viel über Politik und Israel gesprochen. So wurde Rabinovici früh politisiert. Er wurde Mitglied bei &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hashomer_Hatzair"&gt;Hashomer Hatzair&lt;/a&gt;, der zionistisch-sozialistischen Jugendbewegung, die damals auch ein &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"unglaublich künstlerischer Ort"&lt;/span&gt; gewesen sei – man hat dort viel gezeichnet, viel geschrieben. Politisch sah der Shomer vor, dass der Klassenkampf für Juden nur in einem eigenen jüdischen Staat möglich und anstrebenswert sei, da in anderen, nicht-jüdischen Gesellschaften, die Arbeiterklasse antisemitisch eingestellt sei und eine Verbündung daher nicht möglich sei. Dies traf auf Österreich nach 1945 auch eindeutig zu. In den 70ern, Rabinovicis Jugend, war es für linke Juden nicht möglich, Teil der linken Szene Österreichs zu sein. Und in den 80ern, bei einer Demonstration gegen den Rechtsextremisten &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Burger_(Politiker)"&gt;Norbert Burger&lt;/a&gt;, wurden die Shomerniks, die mit einer israelisch-zionistischen Fahne an der Demo teilnahmen, von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Cap"&gt;Josef Cap&lt;/a&gt; persönlich (damals Vorsitzender der sozialistischen Jugend) gebeten, die Fahne wegzunehmen. Als einige der Mitglieder sich jedoch weigerten, und zumindest am hinteren Ende des Demozuges mit der Fahne gehen wollten, wurde dem Träger der Fahne am Weg dorthin, als er bei den Maoisten vorbeikam, die Fahne aus der Hand gerissen, ihm auf den Rücken geschlagen und dann zerrissen. Für viele Linke galt damals, wie zum Teil sicher auch noch heute, dass Zionismus Rassismus sei, wegen den Folgen, die Zionismus für die Palästinenser hat. So weit die Ausführungen Rabinovicis über diese Zeit, denen er noch hinzufügt, dass der Shomer schon damals für Rechte für die Palästinenser eingetreten sei und eine Zwei-Staaten-Lösung befürwortete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiters wurde Rabinovici von Landesmann auf den Zionismus angesprochen, wie es denn mit dem Zionismus in Israel aussehe. Es folgte eine Ausführung darüber, wie die zionistische Rechte in Israel an Macht gewann, und was sie von anderen zionistischen Richtungen unterscheidet. Etwa, dass sich rechte Zionisten selbst als "Revisionisten" bezeichnen und dass sie vor allem nach 1967, nach dem 6-Tage-Krieg, stark an Popularität gewonnen hätten. Näher möchte ich darauf aber nicht eingehen, da dies weder mit Rabinovici noch mit Österreich zu tun hat; am ehesten dienen diese Informationen noch zur Abgrenzung des rechten Zionisus von jenem linken Zionismus der Shomer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Wiener IKG war kurz Gesprächsthema – doch darüber hat uns Ariel Muzicant bereits ausführlich informiert, über die Abkehr von der Parteipolitik in den 80ern hin zu einer pragmatischen Politik. Rabinovivici meinte ebenfalls, dass das rechte zionistische Lager in Wien "verbürgerlicht" und weniger radikal als früher sei, sowie dass die IKG-Politik insgesamt weniger ideologisch, denn pragmatisch geworden sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Bedeutung Waldheims für die jüdische Identität in Österreich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Obwohl die Familie ja bereits um viele Jahre länger in Wien geblieben war, als ursprünglich geplant, übernahm auch Doron Rabinovici die Ansicht seiner Eltern, dass man früher oder später nach Israel zurückkehren werde. Die Atmosphäre in Österreich war ja nach wie vor jene, dass man sich der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit verweigerte und sich weiterhin als &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"erstes Opfer Hitlers"&lt;/span&gt; stilisierte. Antisemitismus war, wie ja auch Rabinovici zu berichten wusste, selbst bei den Linken salonfähig. Insgesamt jedenfalls keine einfachen Rahmenbedingungen, um sich als Jude mit Österreich zu identifizieren. Doch dann, so Rabinovici, &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"passierte etwas ganz merkwürdiges" &lt;/span&gt;: Die Waldheim-Affäre erfasste die gesamte österreichische Gesellschaft: plötzlich wurde diskutiert: War Österreich wirklich das erste Opfer? Waren 1938 wirklich alle für den "Anschluss"? Trägt Österreich Mitschuld am Nationalsozialismus bzw. am Holocaust? Wie sieht es heute mit dem Antisemitismus hierzulande aus?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem zuvor ging 1965 auf der Wiener Wirtschaftsuniversität die Auseinandersetzungen um Professor &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taras_Borodajkewycz"&gt;Taras Borodajkewycz&lt;/a&gt;, der durch offen antisemitischen Unterricht für Aufsehen sorgte. Das Unterrichtsministerium weigerte sich, diesen Vorwürfen nachzugehen oder Borodajkewycz gar zu entlassen, also kam es zu Demonstrationen, in dessen Verlauf der Antifaschist &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Kirchweger"&gt;Ernst Kirchweger&lt;/a&gt; von einem Mitglied des Rings Freiheitlicher Studenten erschlagen wurde. Dieser gewaltsame Tod, der das erste politische Todesopfer der zweiten Republik darstellt, sorgte für Aufsehen in der österreichischen Gesellschaft und sorgte für Umdenken und Sensibilisierung bei Teilen der Bevölkerung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch in anderen Ländern befasste man sich in dieser Ära vermehrt mit der kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit: Die Rolle der Résistance und des Vichy-Regimes in Frankreich, die Verantwortung der Schweiz mit ihrer restriktiven Visa-Politik und den fragwürdigen Geschäften der Banken – und in Österreich war eben die Rolle Waldheims als Mitglied einer SS-Reiterstaffel am Balkan der Anlass, die Öffentlichkeit zur Beschäftigung und Aufarbeitung mit der österreichischen NS-Vergangenheit zu zwingen. Jede/r musste Farbe bekennen: Ist man für oder gegen Waldheim? Warum? Warum nicht? – schließlich waren Wahlen, die Affäre und die politischen Kampagnen der zur Wahl stehenden drehten sich um dieses Thema. Die ÖVP entschied sich, nicht nachzugeben, und plakatierte mit "Jetzt erst recht!". Die Kronen Zeitung, nie verlegen um politische Einflussnahme, lancierte ebenfalls eine Kampagne zur Unterstützung Waldheims und argumentierte wie Waldheim, dass das ganze eine Art Verschwörung des &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/WJC"&gt;World Jewish Congress&lt;/a&gt; sei (WJC) (auf die Rolle der Krone bei der Wahl Waldheims wies nicht nur Rabinovici hin, auch aktuell, da Dichand die beiden Prölls als Bundeskanzler und Bundespräsident wünscht, weist etwa Standard-Chefredakteurin Föderl-Schmid auf frühere Einflussnahmen der Krone hin: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Ohne Dichands Unterstützung wäre Kurt Waldheimt ('jetzt erst recht') nicht Bundespräsident geworden und hätte Jörg Haider nicht diese Wirkung in Österreich entfalten können"&lt;/span&gt; Kommentar v. A. Föderl-Schmid, Der Standard, SA/SO, 20./21. Juni 2009, S. 36)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es formierten sich Protestgruppen, und bisher getrennt voneinander agierende linke Gruppierungen, die schon gegen Murer protestiert hatten, fanden durch den gemeinsamen "Gegner" näher zueinander. Waldheims Aussage, "Ich habe nur meine Pflicht getan" – eine Aussage, die, so Rabinovici, "noch vor kurzem unbemerkt stattgefunden hätte" – sorgte plötzlich für Aufsehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und im Zuge all dieser Veränderungen, des Aufbrechens von Krusten, fand auch Rabinovici seinen Platz in der österreichischen Gesellschaft: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Kurt Waldheim machte mich zum Österreicher!"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nachwirkung der Waldheim-Affäre&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Folgen der Waldheim-Affäre waren nicht nur positiv, wie man aufgrund der Bewusstseinsbildung und ernsthafteren Bemühungen um die Vergangenheitsbewältigung und Aufklärung annehmen könnte. Diese Zwiespältigkeit wurde auch schon von einzelnen anderen Teilnehmern an dieser Gesprächsreihe dargestellt. So fand auch Rabinovici, dass dieser große Konflikt zwischen links und rechts rund um Waldheim letztlich den Aufstieg eines Jörg Haider gefördert habe, dass die FPÖ dadurch radikaler wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Über Kreisky&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An den Wahlkampf zwischen Bruno Kreisky und Josef Klaus denkend, fällt Rabinovici ein, dass Klaus mit &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"ein echter Österreicher"&lt;/span&gt; plakatierte, insinuierend, Kreisky sei kein "echter Österreicher". Das Judentum, bzw. das Ansprechen antisemitischer Gedanken in den Köpfen der Österreicher, spielte bei dieser Wahl also eine sehr bewusste Rolle. Dass Kreisky dennoch gewann, obwohl die ÖVP ihn indirekt ja als "unechten Österreicher" diffamierte und Antisemitismus in Österreich, wie vielfach belegt ist, damals (und vermutlich, vielleicht in etwas geringerem Ausmaß auch noch heute) salonfähig und gesellschaftlich "anerkannt" war, brachte Landesmann zu der Frage an Rabinovici, wieso Kreisky dann seiner Meinung nach "als Jude" dennoch gewählt werden konnte. Rabinovici: "Er war ein überragender, wunderbarer Außenminister", ein "sehr guter sozialdemokratischer Politiker". Auch Antisemiten konnten Kreisky wählen, da er antisemitisch agierte. Er transportierte offenbar, so Rabinovici, ebenfalls die Vorstellung, dass Österreich dass erste Opfer Nazi-Deutschlands gewesen sei, womit er, in Verknüpfung mit dem Bewusstsein in der Bevölkerung, dass er Jude ist, folgenden Gedankensprung bei den (antisemitischen) Rezipienten erzeugte: "Er muss es ja wissen" (als Österreicher und Jude Österreich als erstes Opfer NS-Deutschlands zu betrachten).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Folgende weitere Beispiele über Kreiskys Umgang mit seiner jüdischen Identität brachte Rabinovici:&lt;br /&gt;- Bei einem Treffen mit Israelis (ich weiß nicht mehr genau, was für ein Treffen das war, vermutlich mit Regierungsvertretern, Botschafter usw.) soll Kreisky gleich zu Beginn "klar gestellt" haben: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"1., dass das klar ist, ich bin kein Jude, völkisch gesehen. Juden sind kein Volk"&lt;/span&gt; (vermutlich nicht wortwörtlich, aber sinngemäß). Ein deutscher sozialdemokratischer Politiker soll darauf geantwortet haben (wieder sinngemäß, so wie es Rabinovici wiedergegeben hat): &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Ok, ich nehme zur Kenntnis, dass Juden kein Volk sind – aber wenn ich gefragt werde, wer der größte jüdische Politiker ist, sage ich Kreisky"&lt;/span&gt; Dem wollte Kreisky natürlich nicht widersprechen, und so reagierte, wie es offenbar in vielen Situationen, bei vielen Gelegenheiten Kreiskys Art war, mit einem Witz &lt;span style="font-style:italic;"&gt;(vgl. Erich Lessing, der Kreisky persönlich kannte und ihn als "sehr guten Witzeerzähler" bezeichnete)&lt;/span&gt;. Diesen Witz konnte ich natürlich nicht Wort für Wort mitschreiben, und er wird hier schriftlich sicher nicht dieselbe Wirkung entfalten, als wenn ihn Kreisky erzählt hätte oder Rabinovici, der diesen Witz ja wiedergegeben hat, erzählt, aber sinngemäß soll er hier natürlich trotzdem erwähnt werden:&lt;br /&gt;- Ein orthodoxer Jude aus der Leopoldstadt, mit Kaftan und vollem Bart, wird 1938 beim Überqueren der Urania-Brücke von einem Polizisten angehalten: "Gehn's da besser ned rüber, da werden g'rad Juden gepiesackt". Darauf der orthodoxe Jude: "Danke Herr Inspektor, aber ich werd mich ned zum derkennen geben"&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;(Wer den Witz kennt und ihn korrekt wiedergeben kann, ist herzlich eingeladen, ein Kommentar zu hinterlassen; Ich will mich schließlich nicht in Salcia Landmanns Fußstapfen begeben, die sich als Bewahrerin des jüdischen Humors und Witzes verstand, aber in ihren Büchern, so Torberg, der sich heftig darüber empörte und ihre Bücher komplett verriß, die Witze derart entstellte, dass sie weder als "typisch jüdisch" noch als lustig empfunden werden konnten.)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber wieder zurück zu Kreiskys Innenpolitik. Warum koalierte Kreisky überhaupt mit der FPÖ? Naheliegend und richtig ist natürlich, um den ewigen Proporz-Eiertanz mit der ÖVP zu umgehen, und den ständigen Machtkampf der beiden Großparteien mit einem Tabubruch umging, nämlich einer Koalition mit der FPÖ, die bis dahin als Regierungspartner von beiden Parteien offenbar kategorisch ausgeschlossen war. Die FPÖ gab sich Kreisky aber nur unter der Bedingung her, dass eine Wahlreform statt findet, was Kreisky auch realisierte. SPÖ und FPÖ arbeiteten nun gegen ÖVP-"Erbfolgen" im Land.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Danach folgte wieder eine große Koaltion, Vranitzky beendete die Koaltion mit der FPÖ. Mit der Übernahme der ÖVP durch Wolfgang Schüssel war, so Rabinovici, erkennbar, dass sich die ÖVP an dem damaligen Tabubruch der SPÖ rächen will, sprich, dass sich die ÖVP eine Zusammenarbeit mit der FPÖ offen hält. Es kam also 1999/2000 wie es kommen musste: die ÖVP koaliert mit der FPÖ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum dann 2000 so eine Empörung über die ÖVP-Koalition mit der FPÖ? "2000 wars anders", so Rabinovici. Die FPÖ unter Jörg Haider war viel rechter als damals unter Peter. Haider, so Rabinovici, war eine Personalunion aus der Personen:&lt;br /&gt;1) "Aggression gegen parlamentarische Werte", gegen Verfassungsgerichtshof, gegen IKG usw.&lt;br /&gt;2) Relativierung der Vergangenheit, "Aggression der Erinnerung"&lt;br /&gt;3) Rassismus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schüssel dachte, durch Einbindung der FPÖ in die Regierung diese entschärfen zu können. Das funktionierte aber nur kurzfristig, hinterließ aber langfristige Schäden und bei der übernächsten Wahl erreichte die FPÖ wieder annähernd die selben Ergebnisse wie bei der Wahl 1999 - mittlerweile, zusammen mit dem BZÖ, sogar noch mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Tücken des Verbotsgesetzes&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nochmals die Kronen Zeitung. Als Rabinovici einmal ein Gespräch (Interview?) mit Helmut Zilk führte, der den JWC als "Geiselnehmer Österreichs" bezeichnet haben soll, dachte Rabinovici zuerst daran, Zilk habe unüberlegt die Argumentation der Kronen Zeitung übernommen. Als er dies Zilk vorwarf, stand Zilk jedoch zu dieser Aussage, die seine eigene Meinung wiedergebe. Im Verlauf dieses Gesprächs (ich weiß nicht, ob es schriftlich oder mündlich, zu welchem Anlass und in welchem Medium das gewesen sein soll), soll Rabinovici jedenfalls beiläufig gesagt haben, dass die Kronen Zeitung antisemitisch sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daraufhin klagte ihn die Krone (wohl wegen übler Nachrede oder Unterstellung einer Straftat oder so... wegen des Verbotsgesetzes ist der Vorwurf an jemanden, dass er antisemitisch sei, bereits der Vorwurf einer Straftat ... oder so ähnlich), zumindest wollte sie das. Der erste Anwaltsbrief ging an irgendeinen Studenten, der offenbar einen ähnlichen Namen hatte. Es kam tatsächlich zur Gerichtsverhandlung, die aber verständlicherweise gleich nach dem ersten Zusammentreffen abgebrochen wurde, da die Vorwürfe gegen den Studenten sich rasch als haltlos erwiesen. Die Krone ließ sich dadurch nicht unterkriegen und klagte erneut. Beklagter diesmal: Rabinovicis Vater. Dieser konnte aber gar nicht erst vor Gericht erscheinen, da er längst verstorben ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dritter Versuch, und siehe da, sie haben es doch noch geschafft, Doron Rabinovicis Namen richtig zu schreiben und zu erreichen. Da im Falle einer Verurteilung Rabinovici natürlich mit allen schriftstellerischen Mitteln darauf aufmerskam gemacht hätte, insbesondere auf die Pannen bei der Anklage, dürfte die Krone zu einem außergerichtlichen Vergleich bereit gewesen sein, so habe ich es zumindest verstanden. Man einigte sich darauf, dass Rabinovici der Krone nicht mehr unterstellt, dass sie antisemitisch sei. Was er jedoch darf, sei zu sagen und zu schreiben, dass die Kronen Zeitung "latent vorhandenen Antisemitismus akut macht".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie man an diesem Beispiel sieht, schränkt das Verbotsgesetz nicht nur jene ein, die (öffentlich) antisemitisch oder hetzerisch auftreten (wollen), sondern auch jene, die solchen Personen Antisemitismus und Rassismus vorwerfen. Wenn dies nämlich nicht bewiesen werden kann, ist das der strafbare Tatbestand, jemandem eine strafbare Handlung zu unterstellen (juristisch korrekter kann ich das leider nicht definieren, da müsst ihr woanders nachschauen).&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-6731197127460001947?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/6731197127460001947/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/10-vo-26-mai-2009-doron-rabinovici.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6731197127460001947'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6731197127460001947'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/10-vo-26-mai-2009-doron-rabinovici.html' title='10. VO – 26. Mai 2009 – Doron Rabinovici'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sjd7fo78piI/AAAAAAAAAHI/qd07Vsv39N8/s72-c/Rabinovici,+Landesmann.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-8137985114942635284</id><published>2009-06-09T16:37:00.000-07:00</published><updated>2009-06-09T17:30:34.524-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Arik Brauer'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Künstler'/><title type='text'>9. VO – 19. Mai 2009 – Arik Brauer</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Si7-gF7nxmI/AAAAAAAAAHA/jXNO1gzDa9s/s1600-h/Brauer,+Landesmann.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 246px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Si7-gF7nxmI/AAAAAAAAAHA/jXNO1gzDa9s/s320/Brauer,+Landesmann.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5345489635036874338" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kindheit und Jugend&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arik_Brauer"&gt;Arik Brauer&lt;/a&gt; wurde 1929 in Wien geboren. Sein Vater stammte aus Litauen und lebte in Wien, Ottakring, als Schuhmacher. Seine Mutter half im Betrieb mit. Als die Nationalsozialisten 1938 Österreich "anschlossen", wurde Brauers Vater verschleppt und in einem KZ ermordet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein Vater &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"glaubte an die deutsche Kultur"&lt;/span&gt;. Er kannte alle Schiller-Balladen auswendig, er glaubte nicht, &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"dass Nazis so grausam sein können."&lt;/span&gt; Er dachte, das all das, was nach dem Anschluss geschah, rasch vorbeigehen müsse, dass dies unkontrollierte Auswüchse seien, die die neuen Machthaber, die Nazis, rasch abstellen würden. Er irrte sich. Die Nazis &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"haben ihn zu Seife gemacht."&lt;/span&gt; (Zitat: Brauer)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arik selbst und seine Mutter überlebten – mehr oder weniger versteckt – in Wien. Aus ihrer Wohnung wurden sie rausgeschmissen, der Schuhmacher-Betrieb arisiert. Der neue Eigentümer stellte jedoch Ariks Mutter verbotenerweise wieder an, was der Familie letztlich das überleben in Wien ermöglichte. Denn allein mit Essensmarken, die den Juden in Wien zugeteilt wurden, konnte man, so Brauer, nicht lange überleben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nationalsozialismus in Wien&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Arik Brauer verbrachte also die gesamte NS-Zeit in Wien. Anfangs wurde er noch ab und zu schikaniert, doch sobald er den gelben Davidstern gut sichtbar an der Kleidung tragen musste, ließen ihn die Leute weitgehend in Ruhe, machten eher einen Bogen um ihn. Das war den Leuten dann doch "zu steil", "so mittelalterlich", meinte Brauer. Diese "Brandmarkung" sollte sicherstellen, dass Juden sofort erkannt werden und nirgends hingelangten, wo sie nicht hindurften – was so ziemlich alles war, vom Straßenbahnfahren über den Schulbesuch bis zum Einkaufen oder dem Kinobesuch (sofern man überhaupt noch Geld gehabt hätte). Allerdings erkennt man, trotz aller Klischees, einen Juden nicht unbedingt am Aussehen. Und abgesehen davon sah Brauer auch nicht besonders "jüdisch" aus. Also zog er seine Jacke, auf der der Davidstern befestigt war, einfach verkehrt an, wenn er als Kind, das ja mangels Schulbesuch nicht viel zu tun hatte den ganzen Tag, irgendwo hinging, wo er eigentlich nicht hindurfte. Etwa, wenn er ins Kino ging.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob die Wiener wussten, was mit den Juden geschieht, die weggebracht werden? Laut Brauer ja, zumindest einen Teil der Wahrheit. Man wusste, dass die Juden nach Theresienstadt und Auschwitz gebracht werden, man wusste, dass es dort "schrecklich zugeht". Aber wie schrecklich, das wusste man nicht unbedingt – oder man konnte es nicht glauben. Man sagte zwar mitunter, "die werden vergast", aber es konnte wohl kaum jemand glauben. Wobei, so Brauer, die nicht-jüdische Bevölkerung gewusst haben soll, dass jedenfalls "Schwachsinnige" vergast werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Wien schon so gut wie "judenfrei" war, entwickelte sich in den für den "Judentransport" zuständigen Stellen eine gewisse Eigendynamik. Denn die Soldaten wussten: Sobald der letzte Jude aus Wien gebracht wurde, ist ihre Stelle überflüssig und sie werden an die Front versetzt – und das wollte kaum jemand; je länger der Krieg fortlief, umso weniger; denn umso mehr wusste man von der harten Frontrealität.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also begannen die Wiener Stellen (und vermutlich nicht nur die Wiener), die "Restjuden" hin- und herzuschicken. Man wollte sie "behalten", damit man "was zu tun" hat – um sein eigenes Leben nicht an der Ostfront dem wahrscheinlichen Tod zuzuführen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nach 1945: Israel, Paris und wieder Wien&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob er nach 1945 ein Problem gehabt habe, in Österreich weiterzuleben? Jeder, dem man die Hand gibt, könnte ja ein "Judenschlächter" gewesen sein! – Nein. Sowas kennt er nicht. "Jeder Mensch ist eine eigene Welt". Sowas verallgemeinert er nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er studierte nach dem Krieg so bald wie möglich (er musste wohl noch die Matura nachholen) und schloss sich der KPÖ an – der er jedoch bald enttäuscht den Rücken kehrte. Bis 1951 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Malerei, wo er unter anderem mit Ernst Fuchs die Schule des Phantastischen Realismus mitbegründete, und von 1947 bis 1951 studierte er auch Geige an der Musikschule. Anschließend, bis 1954, reiste er mit dem Fahrrad durch Europa und Afrika.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anschließend ging Brauer nach Israel, wo er eine Sängerin kennen lernte und heiratete. Die beiden zogen nach Paris, da es als "Zentrum der Kunst" galt und Wien für einen Künstler damals langweilig war – nix los, "wie in Bratislava". In Paris trat er mit seiner Frau als Gesangsduo auf, er sorgte auch für die musikalische Begleitung. Die Beiden pendelten nun halbjährlich zwischen Israel und Paris. Brauer kümmerte sich aber vor allem um die Malerei, doch nach ersten Ausstellungen kehrte er mit seiner Frau nach Wien zurück. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Heimaterde ist Heimaterde"&lt;/span&gt;, &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"das Leben in Wien ist schöner als in Paris. Paris ist ein harter Boden"&lt;/span&gt; – es sei &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"sehr schwer, eine Wohnung oder Atelier zu finden"&lt;/span&gt; – in Wien, im Dritten, hatte er hingegen gleich was passendes gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Antisemitismus, Restitutionsfrage, Erinnern, Waldheim&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ihm gegenüber jemand antisemitische Äußerungen macht, ist ihm das &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"wurscht"&lt;/span&gt;. Denn das ist &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"sein Problem"&lt;/span&gt;, das Problem desjenigen, der dies tut. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Ich habe keine Angst."&lt;/span&gt; (Brauer)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es stört ihn natürlich schon, wenn Politik und Medien antisemitisch agieren, aber &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"das ist überall so. 10 % der Menschen in jedem Land sehen die Welt so."&lt;/span&gt; Diesbezüglich erinnert er sich an den österreichischen Innenminister &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Helmer"&gt;Oskar Helmer&lt;/a&gt;, der, das ist protokollarisch festgehalten, zur &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Restitution_(%C3%96sterreich)"&gt;Restitutionsfrage&lt;/a&gt; die Aussage "Ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen" von sich gegeben hat, und, so Brauer, sinngemäß gemeint hat: "wart' ma bis sie sterben". So etwas sei natürlich sehr ärgerlich und unmoralisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch die dritte Generation hat die Restitutions-Sache dann endlich &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"in die Hand genommen – besser spät, als nie."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was den Holocaust, die Shoa, betrifft, und die Frage, ob denn so etwas wieder geschehen könne: Der Holocaust war das größte Verbrechen der Geschichte – aber auch das erste, das aufgearbeitet wurde und wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch über Waldheim gabs nicht viel zu sagen, was wir nicht bereits wüssten. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Da ham's a wengal die falsche Sau g'schlachtet"&lt;/span&gt;, fiel Brauer dazu ein. Bei Peter wäre es treffender gewesen [die große Empörung usw.]. Aber Waldheim habe sich falsch verhalten: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"nix g'sehn, nix g'hört, nur Befehle ausgeführt"&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;zu Strache, FPÖ und Rechtsextremismus heute&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was unterscheidet das Österreich von heute vom Österreich von 1938? &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Damals waren Nazis teils die Elite – 80 % der Lehrer usw."&lt;/span&gt; (Brauer) – &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"heute muss man Nazis suchen, im Wirtshaus."&lt;/span&gt; Die FPÖ wendet sich an die &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"ungebildete Schicht, die nichts, oder bestenfalls Krone lesen."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;30 % der FPÖ-Wähler, so Brauer, seien nicht Faschisten oder Antisemiten – das sind Leute, die Probleme mit der Einwanderung haben: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Ich kann mir schon vorstellen, wie das für eine Pensionistin im 15. Bezirk ist: die traut sich nicht die Stiege owigehn!"&lt;/span&gt; (Brauer) [Wo die übrigen 70 % der Wähler einzuordnen wären, dazu ist es im Gesprächsverlauf nicht mehr gekommen.]&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Israel, Gaza&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Was Israel macht, regiert, is schlecht – das kann man sagen. Aber was Israel machen sollte, weiß niemand – irgendwas muss man machen."&lt;/span&gt; Und wie umgehen mit den palästinensischen Gebieten? Brauer, sinngemäß: Die Zwei-Staaten-Lösung wird das einzige sein, was infrage kommt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Regierung in Palästina [also die palästinensische Regierung der palästinensischen Gebiete] die Kontrolle über Land und Bevölkerung hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-8137985114942635284?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/8137985114942635284/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/9-vo-19-mai-2009-arik-brauer.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8137985114942635284'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8137985114942635284'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/06/9-vo-19-mai-2009-arik-brauer.html' title='9. VO – 19. Mai 2009 – Arik Brauer'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Si7-gF7nxmI/AAAAAAAAAHA/jXNO1gzDa9s/s72-c/Brauer,+Landesmann.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-8171147734994841365</id><published>2009-05-12T06:12:00.001-07:00</published><updated>2009-05-20T07:53:21.965-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Erich Lessing'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Fotograf'/><title type='text'>8. VO – 12. Mai 2009 – Erich Lessing</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kindheit und Jugend&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Lessing"&gt;Erich Lessing&lt;/a&gt; wurde 1923 in Wien geboren. Er war Mitglied der sozialistischen Jugend, die ab 1934, im austrofaschistischen Ständestaat, illegalisiert war. Das Verhältnis zwischen illegalen Sozialisten und Ständestaatlern war aber dennoch besser als etwa zwischen illegalen "Hakenkreuzlern" und Sozialisten. Lessing beherrscht noch heute, wie er stolz erzählte, die Technik, aus auf Hauswänden und Mauern gemalten Hakenkreuzen ein "verkehrtes" SDAP zu zeichnen - und zwar mit den Händen hinter dem Rücken (wie das dann genau geht und aussieht weiß ich allerdings nicht).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Politik des Ständestaats war seine Familie direkt betroffen, und zwar aufgrund des sogenannten "Doppelverdienergesetzes". Dieses besagte, dass in Ehepaaren (oder generell Haushalte?), in denen beide Partner berufstätig sind, einer auf die Ausübung seines Berufes verzichten musste. Sein Vater war Zahnarzt, die Mutter Konzertpianistin. Wer von den beiden nun den Beruf aufgeben musste, weiß ich leider nicht mehr. Vermutlich seine Mutter. Bleibt noch die Frage wer von den beiden Staatsbedienstete/r war... möglicherweise galt das Gesetz nicht nur für Staatsbedienstete. Jedenfalls schlug sich diese Methode der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im Ständestaat direkt auf das Haushaltseinkommen der Lessings durch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seine Eltern beschrieb Lessing als "überzeugte Juden". Jüdische Traditionen, Bräuche, Feste wurden eingehalten, gelebt, jedoch nicht orthodox. Man feierte Hanukkah, Bar Mizwa, Sukkot usw. Lessing trat als Kind auch der Schwimmsektion der Hakoah bei. Der Religionsunterricht in der Schule sah so aus, dass alle jüdischen Kinder des Gymnasiums in einer Klasse gemeinsam unterrichtet wurden. Zumindest ab 1936 war dies allerdings mehr Unterricht in jüdischer Geschichte, als religiöser oder zionistischer Unterricht, da der Lehrer eigentlich Mathematiker war, der aus irgendwelchen Gründen nicht Mathematik unterrichten durfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Anschluss 1938 wurden alle jüdischen Gymnasiasten des 7., 8. und 9. Bezirks zum Religionsunterricht (oder generell?) im RG 8 in der Albertgasse zusammengefasst. Allerdings auch nur vorübergehend, denn bald darauf wurde Juden der Schulbesuch verboten. Bis zur Ausreise 1939 wurden Lessing allerdings noch einige Steine in den Weg gelegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Nach dem Anschluss: Trennung von der Familie, Flucht nach Haifa&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Familie auswandern sollte, war vermutlich erst nach dem Novemberpogrom 1938 allen so richtig klar. Denn erst Ende 1938 begannen Lessings Anstrengungen, aus Wien auszureisen. Zu diesem Zeitpunkt machten es die Nationalsozialisten Ausreisewilligen aber schon ungleich schwerer, als in den ersten Monaten nach dem Anschluss. Nach dem Novemberpogrom wurde schlagartig alles anders, alles schlimmer. Persönliche Beziehungen zwischen Juden und Nicht-Juden, im Fall der Familie Lessing etwa, wenn es um einen amtlichen Stempel für irgendwelche Dokumente ging (konkret: Bei Adolf Brunner - nicht ident mit dem Kriegsverbrecher Adolf Brunner - der in der Prinz-Eugen-Straße offenbar wichtige Stempel verteilte und irgendwie mit den Lessings bekannt war, wodurch das ganze reibungslos und rasch, ohne Schikanen, vonstatten ging), funktionierten spätestens ab 1939 nicht mehr, da wohl keine Kulanz, keine Ausnahmen mehr geduldet wurden. Auch bei der Gauleitung war nach dem Novemberpogrom eine Radikalisierung bemerkbar, so Lessing. Denn während des Pogroms machte sich diese noch Sorgen, dass "so viel" zerstört wird (wohl vor allem in Bezug auf Geschäfte oder Wohnungen und weniger wegen der Synagogen), wenig später war es schon egal, was im Zuge der Judenverfolgung alles zerstört wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Lessing ein Jahr warten musste, bis er legal auswandern konnte, ist jedenfalls Schikanen der Nazi-Bürokratie zu verdanken. Denn für einen gültigen Pass benötigte man zwei gültige Dokumente: nämlich eines über die "Judenvermögensabgabe" und ein anderes, dass man keine Schulden hinterlässt (wenn ich das richtig verstanden habe). Beide Dokumente galten jedoch nur 14 Tage, aber die Wartezeit für das zweite Dokument (das man offenbar erst bekommen konnte, wenn das erste vorgelegt wurde), betrug mindestens so lange, als dass das erste Dokument bereits wieder abgelaufen war. Man hatte also, so Lessing, nie zwei gültige Dokumente gleichzeitig in der Hand und kam so nie zu seinem Pass, den man zur Ausreise benötigte. Offenbar war es dann doch wieder die Bekanntschaft mit einem Notar, Dr. Harrandt, die es Lessing ermöglichte, rechtzeitig zu seinem Pass zu kommen und Wien bei wohl einer der letzten Gelegenheiten im Dezember 1939 zu verlassen. In Lessings Fall war es, um genau zu sein, ein "Schülerzertifikat", das von der Jewish Agency ausgestellt wurde, mit dem er ausreisen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er fuhr mit dem Zug nach Triest, von wo aus es mit der "Galilea" nach Haifa weiterging. Er fuhr alleine, denn seine Mutter wollte ihn Wien bleiben, um ihre Mutter nicht alleine zu lassen. Was mit dem Vater passierte ist mir leider entgangen, doch dürfte der diese Zeit bereits nicht mehr erlebt haben. Zudem hatte Lessing einen Onkel in Wien, der eine Mühle besaß, das Unternehmen "Brach &amp; Lessing". Dieser hinterließ Lessing ein Legat - mehr erfuhren wir auch hiervon nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis 1942 bekam er über das Rote Kreuz Telegramme von seiner Mutter, dann brach der Kontakt ab. Durch Recherchen seiner Tochter &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Lessing"&gt;Hannah&lt;/a&gt; erfuhr er von ihrem Schicksal in den Konzentrationslagern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zeit in Palästina / Israel&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im damaligen Mandatsgebiet Palästina ging Lessing in einen Kibbuz, bei Beit Sha'ar, wenn ich es richtig verstanden hab (und wovon es, laut den mir möglichen Recherchen auf deutsch und englisch, zumindest zwei gibt). Es war jedenfalls "bürgerlich-zionistisch" und Lessings Aufgabe war dort, auf einem nahe gelegenen Berg auf die korrekte Teilung der Quelle zwischen drei israelischen Dörfern und einem palästinensischen Dorf aufzupassen. So saß er dort viele Stunden und verbrachte die Zeit mit lesen. Die übrige Zeit hat er Fischteiche vermessen. Den Kibbuz, zumindest jedenfalls die Teiche, gibt es heute noch, es sind sogar noch sehr viele dazugekommen. Viel gelesen hat er dann auch während seiner Zeit als Taxifahrer in Haifa (oder Tel Aviv?), wenn zu manchen Tageszeiten wenig Kundschaft da war. Mit der Fotografie ist er erst 1950 berufsmäßig in Kontakt gekommen. Seine erste Kamera hatte er zwar schon zu seiner Bar Mizwa in Wien, als er 13 war, bekommen. Doch mehr oder weniger professionell eingesetzt hat er sie erst ab seiner Zeit als Fallschirmjäger beim britischen Militär (er fotografierte aus dem Flugzeug heraus, möglicherweise sogar bei seinen Sprüngen, obwohl das ein ziemlicher "Kasten" war - einmal ist sie ihm dann bei einer unsanften Landung auch kaputt gegangen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Rückkehr nach Österreich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein erster Eindruck bei der Rückkehr nach Österreich – wiederum über Triest und dann mit dem Zug nach Wien – war folgender: Bei der Passkontrolle an der österreichischen Grenze nahm der Beamte den britischen Pass von Erich Lessing zu sich, schaute ihn an, lächelte mild, gab den Pass zurück, und verschwand ebenso wortlos wie die ganze Prozedur abgelaufen ist. Das war, so Lessing, wie ein versteckter Willkommensgruß für ihn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch mit der Rückkehr nach Wien, woraus er etwa 8 Jahre zuvor fliehen musste, hatte er nicht wirklich ein Problem. Er traf einige nette Leute, wie etwa den sozialdemokratischen Hausmeister von einst, wieder, was schöne Erfahrungen waren. Aber er traf auch Leute, die er aus 1938/39 unangenehm in Erinnerung hatte. Die Wohnung, in der Lessing vor der Flucht lebte, war mittlerweile von jemand anderem bewohnt. Er versuchte gar nicht, sie zurückzubekommen. Doch er suchte seine alten Möbel – und fand sie in den Geschäften der Umgebung: Beim Kohlenhändler, beim Gemüsehändler usw. Die hat er zurückbekommen – er hat sie abholen lassen, wie er sagte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass er nach Österreich zurückgekehrt ist, ist im Grunde nur dem Umstand zu verdanken, dass es ungleich schwieriger war, ein Visum für Frankreich (er wollte seine Fotografie in Paris professionalisieren) zu bekommen, als mit britischem Pass ins teils britisch besetzte Österreich einzureisen. Er fragte dann bei allen Agenturen in Wien, ob sie einen Fotografen benötigen. Er konnte zwar noch nicht gut fotografieren, wie er uns erzählte, aber: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"die anderen auch nicht"&lt;/span&gt;. Er fand eine Stelle bei Associated Press, wo er auch seine spätere Frau Traudl kennenlernte - eine Christin, die später, bevor die Kinder kamen, zum Judentum übergetreten ist (musste eine &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mikwe"&gt;Mikwe&lt;/a&gt; machen, sozusagen ein "Taufbad" im "Tauchbad").&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein Höhepunkt als Fotograf – zumindest seine erfolgreichsten und bekanntesten Fotos – waren ja die Fotos vom Ungarn-Aufstand 1956. Dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war liege daran, dass er schon die ganze Zeit gespürt hat, das was passieren wird. Die Stimmung, die Spannung im Volk habe dies gezeigt. Und als die Sowjets sich nach dem Aufstand in Ungarn zurückzogen, habe er schon nicht glauben können, dass die sich das gefallen lassen. Er ist also mit dem Auto den Truppentransportern bis an die Grenze nachgefahren – und nach der Grenze waren auch schon große Lager und Panzer, die offenbar nur auf einen Einsatzbefehl warteten. Lessing kehrte also nach Budapest zurück und verkündete seine Einschätzung, die Russen würden wieder kommen. Aber niemand konnte oder wollte das glauben, bis es dann eben doch geschah. So kam es, dass Lessing offenbar der einzige Fotograf war, der Bilder von der Niederschlagung des Aufstands in Budapest liefern konnte. Noch bevor alles vorbei war, war er schon wieder in Wien, und die Fotos traten ihre Reise um die Welt an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lessing blieb dann jedenfalls in Österreich und ließ sich auch, obwohl eher areligiös, &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"brav"&lt;/span&gt; bei der IKG registrieren, weil &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"es sich gehört"&lt;/span&gt;. Im Laufe der Jahre hat er sich auch angewohnt, &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"wenigstens zu den hohen Feiertagen"&lt;/span&gt; in die Synagoge zu gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sgl15n3YTLI/AAAAAAAAAEQ/PuJjOkNdVbg/s1600-h/Lessing,+Landesmann.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 320px; height: 206px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sgl15n3YTLI/AAAAAAAAAEQ/PuJjOkNdVbg/s320/Lessing,+Landesmann.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5334924866411318450" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Jüdische Identität&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn sich Lessing eher als areligiös bezeichnet und, wie gerade erwähnt, sich erst später mit regelmäßigen Synagogenbesuchen anfreunden konnte, bezeichnet er sich als "überzeugter Jude". Denn: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"überzeugter Jude sein hat nichts mit Religion zu tun"&lt;/span&gt; (Zitat Lessing).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er erzählte auch eine Anekdote von seiner Tochter, Hannah Lessing, die als Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus eine Rede im Parlament halten sollte. Sie arbeitete an der Rede und kam dann mit folgender Frage zu ihrem Vater: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Bin ich eigentlich österreichische Jüdin oder jüdische Österreicherin?&lt;/span&gt; Eine klare Antwort konnte ihr Erich auch nicht geben: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Eigentlich beides, kommt drauf an, mit wem du sprichst.&lt;/span&gt; Was die Religiösität in der Familie betrifft, meint Lessing, es sei eine &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"schizophrene Familie"&lt;/span&gt;: Hälfte/Hälfte. Tochter Hannah lebt eher religiös und isst koscher, die andere Tochter wiederum nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Israel befragt &lt;span style="font-style:italic;"&gt;("Wie stehst du heute zu Israel?")&lt;/span&gt;, musste Lessing erst mal ca. 10 Sekunden schweigen – es fiel ihm kein Wort, kein Satz ein, den er sagen sollte. Nach mehreren Versuchen, ein Wort hervorzubringen, meinte er dann jedenfalls, er, bzw. "man", mischt sich nicht in die Angelegenheit anderer Länder ein – &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"auch wenn man eine gewisse Affinität dazu hat"&lt;/span&gt;. Und was den Gaza-Krieg betrifft: Israel habe aus dem Libanon-Krieg dazu gelernt, so Lessing. Denn auf beiden Seiten gab es nur sehr wenig Verluste. Israel habe versucht, sowohl unter der palästinensischen Zivilbevölkerung als auch unter den eigenen Soldaten Verluste so gut wie möglich zu vermeiden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zu Kreisky-Wiesenthal&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Erich Lessing kannte Kreisky persönlich. Er hat ihn eher positiv in Erinnerung, Kreisky sei etwa ein sehr guter Witzeerzähle gewesen. Die Kreisky-Wiesenthal-Affäre war aber auch für ihn &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"keines der schöneren Ereignisse"&lt;/span&gt; war. Der Grund für die heftige Konfrontation zwischen beiden liegt für Lessing auch darin begründet, dass beides &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"schwierige Persönlichkeiten"&lt;/span&gt; waren, die sich einfach &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"nicht verstehen"&lt;/span&gt; wollten. Kreisky habe charakterlich eher die Einstellung des assimilierten bürgerlichen Wiener Judentums der 20er-Jahre weitergetragen, wie etwa ein Otto Bauer, Victor Adler u.a. Er habe sich entschieden, ein europäischer Jude zu sein – so Lessing über Kreisky.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessante Aussagen machte Lessing zum Verhältnis zwischen Kreisky und Israel. So gab Kreisky ja den &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geiselnahme_in_Marchegg"&gt;Forderungen der Terroristen&lt;/a&gt; nach, die die Auflassung des Zwischenlagers Schönau (Gemeinde Marchegg) in Österreich forderten, wo russische Juden auf die Ausreise nach Israel warteten. Die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir reiste daraufhin eigens nach Wien, um Kreisky davon abzuhalten, den Terroristen nachzugeben, und versuchte ihn zu diesem Zweck an "sein Judentum" zu erinnern. Kreisky ließ sich darauf jedoch nicht ein (sein Judentum sei in diesem Fall "bedeutungslos") und schloss das Lager trotzdem. Die Auswanderung russischer Juden aus der Sowjetunion nach Israel lief im übrigen auch weiterhin über Österreich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was die Affäre Wiesenthal-Kreisky betrifft, so sei Kreiskys Aufregung über Wiesenthals Aufdeckungen und Anschuldigungen auch damit zu erklären, dass Kreisky Peter &lt;span style="font-style:italic;"&gt;(Friedrich Peter, Vizekanzler, FPÖ)&lt;/span&gt; gebraucht habe, und zwar nicht nur, um Bundeskanzler zu werden. Kreisky soll auch ein Interesse gehabt haben, so Lessing, dass Peter und die FPÖ pro-israelisch gestimmt wird. Man wollte "den Liberalen" Peter dahingehend stärken und benutzen, um die FPÖ zu einer liberalen Partei zu machen. Auch Israel hat diese Interessen mitgetragen und unterstützt. So hat es etwa bei Lessing ein Essen mit dem israelischen Botschafter und Peter gegeben. Wiesenthals Anschuldigungen haben aber alle Bemühungen "konterkariert" und alles zunichte gemacht. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Hätte die Politik funktioniert, hätten wir heute kein Strache-Problem"&lt;/span&gt;, so die äußerst interessanten Äußerungen Lessings über Kreisky, Wiesenthal, Peter und Israel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zu Waldheim und Antisemitismus heute&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Verhältnis zwischen Lessing und Waldheim war &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"uninteressant – Waldheim war ein uninteressanter Mensch"&lt;/span&gt;. Ob die "Kampagne" gegen Waldheim den Antisemitismus gefördert habe? &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Wie man's tut is' falsch."&lt;/span&gt; &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Totschweigen"&lt;/span&gt; wär auch keine bessere Lösung gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den kommenden Wahlen: Die Entwicklung rund um Strache und die FPÖ sei schlimm, die kommenden Wahlen werden zeigen, &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"was los ist"&lt;/span&gt;. Jedenfalls war Lessing &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"da Haider 10 mal lieber als der Strache; der war wenigstens Opportunist."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und zum heutigen Antisemitismus, bzw. dem Antisemitismus generell: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Antisemitismus hat nichts mit Juden zu tun."&lt;/span&gt; (in Bezug darauf, dass es Antisemitismus auch in Regionen gibt, wo gar keine Juden leben oder je irgendeinen Einfluss ausgeübt hätten – Stichwort: "Antisemitismus ohne Juden"). In Vorarlberg, so Lessing, sei es 10 mal wahrscheinlicher von einem Auto überfahren zu werden, als einem Juden die Hand schütteln zu müssen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-8171147734994841365?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/8171147734994841365/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/05/8-vo-12-mai-2009-erich-lessing.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8171147734994841365'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8171147734994841365'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/05/8-vo-12-mai-2009-erich-lessing.html' title='8. VO – 12. Mai 2009 – Erich Lessing'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sgl15n3YTLI/AAAAAAAAAEQ/PuJjOkNdVbg/s72-c/Lessing,+Landesmann.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-2808675369085921729</id><published>2009-05-12T04:58:00.000-07:00</published><updated>2009-05-12T14:43:43.309-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Oberrabbiner Wien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Paul Chaim Eisenberg'/><title type='text'>7. VO – 5. Mai 2009 – Paul Chaim Eisenberg</title><content type='html'>&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Chaim_Eisenberg"&gt;Paul Chaim Eisenberg&lt;/a&gt; ist seit 1983 Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) in Wien. Ursprünglich wollte Eisenberg Mathematiker werden, was er auch studierte, doch schließlich ging der Traum eines jeden Rabbiners in Erfüllung – ein Traum, den Bischöfe nicht haben können: Der Sohn wird Nachfolger. 35 Jahre lang, von 1948 bis zu seinem Tod 1983, war Paul Eisenbergs Vater, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Akiba_Eisenberg"&gt;Akiba Eisenberg&lt;/a&gt;, Oberrabiner von Wien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie bereits im Vergleich mit dem Bischof, den Eisenberg so gebracht hat (sinngemäß jedenfalls), angeklungen ist, witzelt er gerne. Stellt ihm jemand eine Frage, so holt er häufig erst einmal aus und erzählt eine Anekdote, die ihren Ursprung entweder in einem der heiligen Bücher, sonstigen Erzählungen oder Überlieferungen oder in persönlichen Erfahrungen oder Beobachtungen liegen. Manchmal tut es auch ein Witz, um den Fragesteller und die Zuhörer auf die Weisheit der folgenden Antwort vorzubereiten. Auch bei einem Interview in der &lt;span style="font-style:italic;"&gt;&lt;a href="http://www.zeit.de/2009/07/A-Eisenberg"&gt;Zeit&lt;/a&gt;&lt;/span&gt; im vergangenen Februar kam er nicht umhin, eine Frage erst mal &lt;a href="http://www.zeit.de/2009/07/A-Eisenberg?page=4"&gt;mit einem Witz zu beantworten&lt;/a&gt;. Das ist einfach seine Art, was seine Anhänger auch sehr schätzen. Der Oberrabbiner, so Eisenberg, muss ja auch nicht der frömmste aller Juden einer Gemeinde sein, er muss nur mit allen mehr oder weniger gut auskommen. Humor ist da sicherlich eine hilfreiche Eigenschaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sgl0zTRj1YI/AAAAAAAAAEI/WdtxQ-d8DRw/s1600-h/Eisenberg,+Landesmann.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 245px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sgl0zTRj1YI/AAAAAAAAAEI/WdtxQ-d8DRw/s400/Eisenberg,+Landesmann.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5334923658293138818" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber die jüdische Gemeinde Wiens besteht ja nicht nur aus einem Oberrabbiner. Die IKG, die auf das Israelitengesetz von 1890 zurückgeht, ist ja im Grunde nur ein Konstrukt, um die verschiedenen jüdischen Glaubensrichtungen unter einem Dach zu halten – &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"damit der Kaiser seine Ruhe hat"&lt;/span&gt;, vermutet Eisenberg – denn sonst wäre womöglich jeden Tag ein anderer Rabbi zu ihm gekommen, um über seine Sorgen zu klagen. Aber so gibt es ein Oberhaupt, das für alle sprechen kann – und interne Streitereien und Uneinigkeiten müssen auch intern geregelt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die jüdische Gemeinde Wiens, die offiziell nur rund 9.000 Personen umfasst (aber wie IKG-Präsident Muzicant unlängst verraten hat, sind es wohl eher 20.000) zählt daher etwa 10 Rabbiner und 16, 17 Synagogen – wobei Synagoge hier nicht zu bildhaft als großer, eigenständiger Sakralbau verstanden werden darf, sondern, mit Ausnahme des Stadttempels, Bethäuser oder Beträume meint &lt;span style="font-style:italic;"&gt;(vgl. auch untenstehende Angaben laut Muzicant: 6 Rabbiner und 14, 15 Bethäuser)&lt;/span&gt;. Eine Besonderheit Wiens sei, wie auch Muzicant bereits betont hatte, dass alle Strömungen des orthodoxen oder reformierten Judentums unter einem Dach organisiert sind und relativ gut miteinander auskommen. Einzige Ausnahme hierbei ist &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Or Hadash&lt;/span&gt;, eine dem Reformjudentum zuzuordnende, lediglich ein paar Hundert Mitglieder umfassende Gruppe, die sich der Aufgabe verschrieben hat, vom Glauben entfernte Juden wieder näher zur Religion zu bringen. Die Formen der Religionsausübung dürften hierbei wohl noch weiter von Vorstellungen der Orthodoxen entfernt sein, als bei anderen reformierten Gruppen. Jedenfalls haben fast alle anderen Gruppierungen innerhalb der IKG mit Austritt gedroht, sollte Or Hadash aufgenommen werden. Doch unter Eisenberg konnten sich alle auf einen Kompromiss einigen, sodass Or Hadash offiziell nicht der IKG angehört, doch ihre Mitglieder sehr wohl auch IKG-Mitglieder sind bzw. sein können, und die Gruppe auch im Mitteilungsorgan der Israelitischen Kultusgemeinde, der &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Gemeinde&lt;/span&gt;, wie alle anderen Gruppen ihren Platz für Ankündigungen und Mitteilungen hat, und sie benutzen einen Betraum, der ihnen von der IKG zur Verfügung gestellt wurde. Eine Spaltung der Gemeinde, wie dies in Budapest geschehen sei, konnte dadurch verhindert werden. Grundlage des Kompromisses, so Eisenberg: Jeder Jude ist Mitglied der Gemeinde – innerhalb welcher Gruppierungen, ist zweitrangig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ging also vor allem um die jüdische Gemeinde Wiens und Ausprägungen des Judentums. Themen wie Bruno Kreisky oder Kurt Waldheim wurden nicht angesprochen. Wir erfuhren jedoch nocht etwas darüber, wie Vater Akiba den Nationalsozialismus überlebte. Er konnte sich, wie viele andere Juden, darunter auch Landesmann, in Budapest verstecken. Laut Eisenberg habe es in Budapest, dass ja erst sehr spät von den Nazis eingenommen wurde, viele Häuser gegeben, in denen man als Jude relativ sicher war – solange man diese Häuser nicht verlassen hat. Auf diese Weise hätten 60.000 bis 80.000 Juden überlebt – wurden aber in großer Zahl anschließend von den Sowjets nach Sibirien verschleppt. Auch Akiba Eisenberg wurde von den Russen gefasst und in eine Gruppe gesteckt, die vermutlich für den Transport nach Sibirien bestimmt war. Der Offizier war möglicherweise ebenfalls Jude – jedenfalls habe er Akiba aus der Gruppe entfernt, als dieser ihm sagte, er sei Rabbiner. Das war vermutlich seine Rettung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-2808675369085921729?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/2808675369085921729/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/05/7-vo-5-mai-2009-paul-chaim-eisenberg.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/2808675369085921729'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/2808675369085921729'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/05/7-vo-5-mai-2009-paul-chaim-eisenberg.html' title='7. VO – 5. Mai 2009 – Paul Chaim Eisenberg'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/Sgl0zTRj1YI/AAAAAAAAAEI/WdtxQ-d8DRw/s72-c/Eisenberg,+Landesmann.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-3251321908926816126</id><published>2009-05-01T15:43:00.000-07:00</published><updated>2009-05-01T17:44:35.696-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Oscar Bronner'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Der Standard'/><title type='text'>6. VO – 21. April 2009 – Oscar Bronner</title><content type='html'>Nach drei Wochen Osterpause kam &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Bronner"&gt;Oscar Bronner&lt;/a&gt; als sechster Gast zu Peter Landesmann. Die allererste Frage lautete dann gleich, wie sein Name nun korrekt geschrieben werde – mit "k" oder mit "c". &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Mit 'c'&lt;/span&gt;, da seine Geburt 1943 in Haifa noch in die Zeit des &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerbundsmandat_f%C3%BCr_Pal%C3%A4stina"&gt;Völkerbundsmandates für Palästina&lt;/a&gt; fiel, das unter britischer Kontrolle stand. Weiters las Landesmann eine kurze Biografie Bronners aus der Wikipedia vor, deren &lt;a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Oscar_Bronner&amp;diff=40916181&amp;oldid=38598394"&gt;letzter&lt;/a&gt; &lt;a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Oscar_Bronner&amp;diff=54401657&amp;oldid=52810705"&gt;Abschnitt&lt;/a&gt; mir sehr bekannt vorkam – bin ich doch bereits seit Jahren als &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Otto_Normalverbraucher"&gt;Otto Normalverbraucher&lt;/a&gt; Wikipedia-Autor und Verfasser und Mitgestalter vieler Hundert Artikel. Doch hier sollen prinzipiell nur jene Sachen erwähnt werden, die nicht bereits in der Wikipedia oder an anderen leicht zu findenden Stellen im Internet zu finden sind. Also kommen wir zu Bronners Jugend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kindheit und Familie&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bronners Eltern, der spätere Kabarettist Gerhard Bronner und seine spätere Frau, kannten einander bereits aus ihrer Jugend in Wien, die 1938 jedoch unterbrochen wurde. Als Gerhards Eltern von den Nazis verhaftet wurden, flüchtete er alleine zu Verwandten in die Slowakei. Dort verdiente er sich mit Gitarre spielen etwas Taschengeld, bevor er weiter nach Haifa floh. Dort traf er dann jenes Mädchen aus Wien wieder, das er bald heiratete (die beiden waren damals etwa 17, 18 Jahre alt) und deren erster Sohn, wenige Jahre später, Oscar war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bronner wuchs zuerst zweisprachig auf, da zuhause deutsch gesprochen wurde, im Kindergarten jedoch hebräisch (Ivrit). Als die Jungfamilie 1948 nach Wien zurückkehrte – vor allem Oscars Mutter wollte dies, um ihre Eltern, die in Shanghai überlebten, wiederzusehen – musste Oscar seine Deutschkenntnisse nachbessern. Also gaben ihm seine Eltern sozusagen privaten Förderunterricht, der so erfolgreich war, dass er danach kaum ein Wort hebräisch mehr konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als sein Vater einen Job beim deutschen Fernsehen in Hamburg bekam (das war so Ende 1952), übersiedelte die Familie dorthin. Oscar besuchte dort zwei Jahre die Schule, bis sich seine Eltern trennten. Er ging daraufhin fünf Jahre in Bonn, wo seine Mutter nun lebte, in die Schule. Dort war er ein guter Schüler, doch zurück in Österreich hatte er große schulische Schwierigkeiten. Er brach mit 17 die Schule ab, ging arbeiten, besuchte nebenbei auch Uni-Vorlesungen und holte die Matura als Externist nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles weitere zu seiner Biografie und Karriere, also seine Bekanntschaften mit Qualtinger und Torberg, seine Volontariate bei diversen Zeitungen usw. steht alles anderswo, auch auf einigen Webseiten, gut beschrieben &lt;span style="font-style:italic;"&gt;(siehe auch Link am Ende dieses Postings)&lt;/span&gt; und wurde hier auch nur stichwortartig erwähnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Jüdische Identität&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Antisemitische Erfahrungen hat Oscar in Wien nie gemacht. Vater Gerhard war areligiös eingestellt, seine Mutter bestand ebenfalls nicht auf eine religiöse Erziehung. Die Familie, in der er &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"hineingeboren wurde, war vollkommen areligiös." (Bronner)&lt;/span&gt; Also wusste Oscar in der Schule vermutlich genau so wenig wie die meisten seiner Schulkollegen, warum in seinem Zeugnis "mosaisch" stand und was das bedeuten solle. Dass er jüdisch ist, wurde Bronner erst schrittweise bewusst. Ein diesbezügliches Schlüsselerlebnis gab es nicht. Über Judentum, Politik, Palästina oder Israel wurde zuhause nie geredet, obwohl sich Vater Gerhard als Kabarettist zumindest mit der Politik intensiv beschäftigte. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Was immer an mir jüdisch ist, mit Religion hat das nichts zu tun. (Bronner)&lt;/span&gt; Bronner fand erst später in seinem Leben zu "seinem Judentum" – wohl auch aufgrund seiner Heirat 1988 und den aus dieser Ehe hervorgegangenen zwei Kindern. Dadurch spielen jüdische Feiertage eine gewisse Rolle, aber &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"sonst nichts"&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Israel hat Bronner seit der Rückkehr mit seinen Eltern aus Haifa keine Beziehung mehr. Zur Politik könne er nur sagen, dass Israel &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"sehr vieles richtig"&lt;/span&gt; gemacht habe, und &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"sehr vieles falsch"&lt;/span&gt;. Aber &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"auch die andere Seite hat vieles falsch gemacht".&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zu Kreisky&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So, und nun wieder zu den Standards: Beginnen wir mit Kreisky (im Sinner der Chronologie der Befragung). Wie bereits einige der vorherigen Gäste hat auch Bronner persönlich mit Kreisky Bekanntschaft gemacht. Und auch bei ihm ist diese Bekanntschaft der Verwandschaft zu verdanken (wir erinnern uns: Georg Markus kannte Kreisky, weil seine Oma die Nachbarin von Kreiskys Mutter in Brünn war und mit der Familie befreundet war). Bei Bronner ist die Bekanntschaft weniger nachbarschaftlich, denn politisch begründet. Bronners Onkel, ein Oskar, den man vermutlich mit "k" geschrieben hat (da wie dessen Bruder Gerhard wohl in Wien und nicht in einem englisch verwalteten Gebiet geboren), war Sozialdemokrat und mit Bruno Kreisky befreundet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kreisky-Peter-Wiesenthal-Aff%C3%A4re"&gt;Kreisky-Wiesenthal-Affäre&lt;/a&gt; hat Vater Gerhard, ebenfalls Sozialdemokrat, sehr geärgert. Oscar (mit "c") hatte zu dieser Zeit bereits den Profil gegründet, der die Ereignisse verfolgte und kritisierte. In der Vorlesung meinte Bronner: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"da hat Kreisky sehr ungut agiert, sagen wir's mal so. [...] wobei Kreisky halt ein sehr komplexes Thema ist"&lt;/span&gt;, da er ja auch areligiös, insbesondere als Sozialist bzw. Sozialdemokrat, eingestellt war. Die Ideologie dahinter sei eben, so Bronner (sinngemäß), dass die Basis für eine Antisemitismusfreie Welt die soziale Gerechtigkeit ist – Sozialismus statt Religion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum Kreisky die Zusammenarbeit mit Friedrich Peter, dem FPÖ-Chef und ehemaligen Waffen-SS-Mitglied suchte, versucht Bronner mit folgenden Aussagen nachzuvollziehen: Kreisky war während des Austrofaschismus als Sozialist gemeinsam mit illegalen Nazis in &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6llersdorf_(Gemeinde_W%C3%B6llersdorf-Steinabr%C3%BCckl)"&gt;Wöllersdorf&lt;/a&gt; interniert. Sozialisten und Nazis hatten damals einen gemeinsamen Feind: Die Christlichsozialen. Einer seiner damaligen Haftkollegen half Kreisky nach dem Anschluss 1938 als Nazi bei der Flucht aus Österreich. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Kreisky war halt ein Produkt dieser seltsamen Gemengenlage" (Bronner)&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Friedrich Peter wusste Landesmann zudem, dass dieser eher dem liberalen Flügel der Freiheitlichen, der auf die Revolution von 1848 zurückgeht, angehörte, und nicht dem deutschnationalen. Peter habe Landesmann außerdem erzählt, dass er "vom Antisemitismus geheilt" wurde, als er als US-Kriegsgefangener von einem jüdischen Offizier verhört und geohrfeigt wurde. Das habe ihm so imponiert und ihm ein Bild von einem "starken Juden" vermittelt, dass er so noch nie gesehen haben will. So habe er es zumindest Landesmann erzählt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zur FPÖ und Haider&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bezüglich den liberalen Wurzeln der FPÖ meinte Landesmann weiters, dass Norbert Steger versucht habe, die FPÖ zur liberalen Partei zu machen – vergleichbar der FDP in Deutschland – damit aber scheiterte und von Haider und dem deutschnationalen Flügel sozusagen "geputscht" wurde. Österreich habe einfach eine zu geringe liberale Tradition, weshalb auch Heide Schmidt, die ja aufgrund des "Putsches" des deutschnationalen Flügels aus der FPÖ austrat und das "Liberale Forum" gründete, sich in der österreichischen Parteienlandschaft nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei irgendeiner Veranstaltung, etwa um 1989/1990, als Haiders Aufstieg begann, hatte Bronner auch mal das "Vergnügen" mit Jörg Haider persönlich Bekanntschaft zu machen. Haider und seine "Buberlpartie" seien plötzlich zielstrebig auf Bronner zugekommen, sodass er nicht mehr habe ausweichen können. Sie gratulierten ihm zu seiner Zeitung (Der Standard wurde ja kurz zuvor, 1988, gegründet) und, geschickt wie Haider im Vereinnahmen von Menschen gewesen ist, habe er sogleich gemeint, er und Bronner hätten sehr viel gemeinsam, denn er, Haider, sei ein liberaler Politiker und Der Standard eine liberale Zeitung. Bronner entgegnete ihm, dass er ihm das nicht glaube, da er ganz andere Dinge von sich gebe, als dass sie auf eine liberale Grundhaltung schließen lassen würden. Haider versicherte daraufhin sofort, das seien Ausrutscher gewesen, rechte Aussagen seien Vergangenheit (und das um 1989/1990!), er werde jetzt liberale Politik betreiben. Bronner meinte wiederum, dass er ihm das nicht glaube. Es kam zu einer Wette, dass Haider nie wieder "rechte Ausrutscher" haben werde – falls doch, schuldet Haider Bronner eine Flasche Champagner. Was nach 1989/1990 noch alles aus Haiders Mund tönte ist hinreichend bekannt. Den Wettgewinn forderte Bronner jedoch nicht mehr ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Haider sich als liberaler Politiker vorstellte, kommentiert Bronner damit, dass Haider halt &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"ein Chamäleon"&lt;/span&gt; war. Er wollte immer bei allen beliebt sein, zumindest bei seinen Gesprächspartnern. Er passt sich immer seinem Publikum an, wobei das halt besser mit "rechts" gehe, da er das von zuhause kennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zu Waldheim&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bronner, sinngemäß: Waldheim war ein Opportunist, er war &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"zum Teil eine tragische Figur"&lt;/span&gt;. Er wurde vom JWC (Jewish World Congress) mit falschen Vorwürfen konfrontiert, auf die er dann jedoch falsch reagiert habe. Nämlich in einer Weise, die das Unrecht gegen ihn wiederum rechtfertigte. Er war ein &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"schlichter Denker"&lt;/span&gt; und "hat bis zum Ende seines Lebens nicht erkannt", wie er für das Unrecht gegen ihn mitverantwortlich ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohl als Folge seines &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"schlichten Denkens"&lt;/span&gt; ist zu sehen, dass Waldheim auch zu Bronner Kontakt suchte, da Bronner ja Jude ist und somit wohl irgendwas mit dem JWC zu tun haben müsse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/SfuWxNtcElI/AAAAAAAAAEA/Qbp8jwcFMws/s1600-h/DSC_0265+-+Kopie.JPG"&gt;&lt;img style="display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;width: 400px; height: 253px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/SfuWxNtcElI/AAAAAAAAAEA/Qbp8jwcFMws/s400/DSC_0265+-+Kopie.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5331020356161114706" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kritik am Standard&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Frage aus der Zuhörerschaft bezog sich auf Gudrun Harrer, die Nahost-Expertin des Standards. Diese werde ja von jüdischer Seite manchmal als einseitig, eher pro-arabisch und zu israelkritisch oder gar -feindlich bezeichnet. Bronner kann dies nicht nachvollziehen, er sieht keine Einseitigkeit. Harrer ist ausgewiesene Nahost-Expertin, spricht Ivrit und Arabisch und benutzt Quellen von beiden Seiten. Sie unterliege höchstens vielleicht manchmal dem Mechanismus, dass Israel als Demokratie Kritik zulässt, jedoch in arabischen Ländern aber auch in den palästinensischen Autonomiegebieten kaum Kritik und Opposition vorhanden oder möglich ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch auf einen weiteren Einwand, dass es doch auch bekannte palästinensische Kritiker außerhalb Israels/Palästina gebe, die in anderen Medien zu Wort kommen würden, im Standard jedoch nicht, kann Bronner nicht nachvollziehen. Substantielleres wurde zu diesen Punkten nicht gesagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Weiterlesen:&lt;br /&gt;- Sehr empfehlen kann ich folgenden Text aus dem Datum 10/08:&lt;br /&gt;Klaus Stimeder, Eva Weissenberger &lt;a href="http://www.datum.at/1008/stories/5242752"&gt;&lt;span style="font-style:italic;"&gt;Der Junge aus Haifa&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; (Auszug aus der Bronner-Biografie &lt;span style="font-style:italic;"&gt;Trotzdem&lt;/span&gt;)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-3251321908926816126?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/3251321908926816126/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/05/6-vo-21-april-2009-oscar-bronner.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3251321908926816126'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3251321908926816126'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/05/6-vo-21-april-2009-oscar-bronner.html' title='6. VO – 21. April 2009 – Oscar Bronner'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/SfuWxNtcElI/AAAAAAAAAEA/Qbp8jwcFMws/s72-c/DSC_0265+-+Kopie.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-1346986302032705078</id><published>2009-04-13T14:00:00.000-07:00</published><updated>2009-04-30T12:16:52.117-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Israelitische Kultusgemeinde Wien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ariel Muzicant'/><title type='text'>5. VO – 31. März 2009 – Ariel Muzicant</title><content type='html'>Mit etwas Verspätung, aber noch deutlich vor dem nächsten Termin am 21. April, nun der Bericht vom Gespräch Landesmanns mit &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Israelitische_Kultusgemeinde_Wien"&gt;IKG Wien&lt;/a&gt;-Präsidenten &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ariel_Muzicant"&gt;Ariel Muzicant&lt;/a&gt;. Dass es so lange gedauert hat, liegt aber sicher auch an der Unmenge an Informationen, die Muzicant in diesem Gespräch liefern konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Über Muzicant&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Muzicant begann sich ab dem 6-Tage-Krieg in Israel, als er etwa 15 Jahre alt war, für das Judentum zu interessieren und befassen. Der Holocaust, die Shoa, war in seiner Familie sehr wohl Gesprächsthema. Vor allem seine zwei Onkel, die sich 1938 in Wien befanden, in der Folge nach Rumänien flohen, überlebten und zurückkehrten, erzählten ihm von ihren Erlebnissen. Auch seine Eltern, die durch Flucht überleben konnten (sein Vater floh sogar bis China), erzählten ihm davon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Schule, er besuchte das Lycée Francais in Wien, da die IKG nach 1945 alle jüdischen Schulen geschlossen hatte, und das Lycée als wenig antisemitisch im Vergleich zu normalen staatlichen Schulen galt, war er ein sehr neugieriger, kritischer Schüler, vor allem im Geschichtsunterricht. Persönliche Erfahrungen mit Antisemiten hatte er sehr wohl. Er prügelte sich etwa mal mit Nazis auf der Uni-Rampe in Wien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als IKG-Präsident wurde bisher zwei Mal, jeweils einstimmig, gewählt. 2002 setzte er die Kultussteuer aus (abschaffen geht von Gesetzeswegen nicht), seither stieg die Zahl der Eintritte in die IKG. Wohlhabendere Mitglieder zahlen 11 Euro Beitrag pro Monat, die übrigen werden um freiwillige Spenden gebeten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei der Volkszählung 2001 rief er zum Boykott der Religionsangabe auf, da diese seiner Ansicht nach genau so wenig "erhoben" werden braucht, wie etwa die Zahl der Slowenen in Kärnten, "um dann weniger Ortstafeln aufstellen zu müssen". Dennoch haben sich rund 8.000 Personen zum Judentum bekannt, etwa 10.000 bis 15.000 können laut Muzicant jedoch noch dazugezählt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Jüdische Identität in Österreich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob man als Jude in Österreich nun Österreicher, Jude oder Israeli ist? – Das muss sich jeder selber mit sich ausmachen, so Muzicant. Er selbst sieht sich jedenfalls als Österreicher und Europäer, mit Israel als geistiger Heimat. "Allerdings", muss Muzicant relativierend klarstellen, "Antisemiten unterscheiden da eh nicht". Er bekam im Zuge des Gaza-Krieges "tonnenweise Hass-Briefe", obwohl er ja natürlich nichts für die Entwicklung in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten kann. Er äußerte sich hierzu im Grunde nur insofern, als dass das Existenzrecht Israels außer Frage stehe. Dieses Recht ist wesentlicher Bestandteil seiner jüdischen Identität. Und wenn jemand wegen diesem von Muzicant öffentlich kundgetanen Bekenntnis aus der IKG austritt – was laut Muzicant auch geschah – dann sei das auch "besser so", weil dann muss er so jemanden nicht mehr vertreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Entwicklung der IKG nach 1945&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Geschichte der IKG nach 1945 teilt Muzicant in zwei Abschnitte ein: Zuerst jene Phase, in der die wieder entstandene Gemeinde nach 1945 eine Art Auflösungspolitik betrifft, mit dem Hintergedanken, dass es nie wieder jüdisches Leben in Österreich, respektive Wien, geben könne. Da es aber bekanntlich auch nach 1945 jüdisches Leben in Wien gab, und bei aller Auswanderung immer wieder auch Zuwanderer und Rückkehrer eintrafen, kam es zwangsläufig zu einem Generationenkonflikt. Dieser fand etwa in den 70er-Jahren statt und führte letztlich bei den IKG-Vorstandswahlen 1981 zu einem Paradigmenwechsel. Statt jüdische Einrichtungen aufzulösen und Grundstücke zu verkaufen (so geschehen mit unzähligen Liegenschaften ehemaliger Bethäuser und Synagogen, vgl. Bob Martens, Katharina Kohlmaier: &lt;span style="font-style:italic;"&gt;&lt;a href="http://david.juden.at/kulturzeitschrift/57-60/59-Andacht.htm"&gt;Was geschah mit den Grundstücken, auf denen sich Synagogen in Wien befanden?&lt;/a&gt;&lt;/span&gt; In: DAVID, Nr. 59, 2003, S. 29–35; siehe ebenfalls: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_j%C3%BCdischer_Andachtst%C3%A4tten_in_Wien"&gt;Wikipedia: Liste jüdischer Andachtstätten in Wien&lt;/a&gt;), wollte die neue Generation nun wieder jüdische Einrichtungen eröffnen und verbliebene Besitztümer bewahren. Das umfangreiche IKG-Archiv und jahrhundertealte Urkunden waren freilich bereits unwiderbringlich nach Israel gebracht worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wende innerhalb der IKG brachte eine Entpolitisierung mit sich. Statt ein Spiegelbild der israelischen Parteienlandschaft abzugeben, wurde Sachpolitik in den Vordergründ gerückt. Parteizugehörigkeiten traten in den Hintergrund und spielen heute kaum oder gar keine Rolle mehr. Dennoch kann man sagen, dass die IKG politisch überwiegend links der Mitte angesiedelt ist. Was auch immer das nun konkret bedeuten mag – um einen Kindergarten zu bauen, ist es egal, ob man links, rechts oder in der Mitte steht – so Muzicant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Jüdische Gemeinde Wiens im europäischen Vergleich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was das Wiener Judentum vom restlichen Europa unterscheidet? Der Zusammenhalt! Reform- und orthodoxes Judentum befinden sich in Wien unter einem Dach, jenem der IKG. Die IKG fungiert als Dachgemeinschaft aller jüdischen Strömungen, die in Wien vorhanden sind – was sehr viele sind. Jede Gruppe hat weitestgehende Freiheit. Lediglich Angelegenheiten, die das gesamte Judentum betreffen, werden von der IKG gehandhabt. Etwa das Familienrecht, Eintritte usw., wofür Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg zuständig ist, der wiederum als "sehr konziliant" gilt. Auch das Budget liegt natürlich bei der IKG, und hier ist laut Muzicant auch der einzige nennenswerte Reibepunkt vorhanden: Denn letztendlich haben alle Gruppen das Gefühl, zu wenig Geld zu bekommen. Was die unterschiedlichen Ausprägungen der Wiener Juden, in politischer, ideologischer, religiöser Hinsicht und nach geographischer Herkunft betrifft, so mögen diese verschiedenen Gruppen zwar ihre Eigenheiten und Unterschiede haben, doch aufgrund der Freiheiten unter dem Dach der IKG stört dies letztlich nicht den Zusammenhalt als &lt;span style="font-style:italic;"&gt;eine&lt;/span&gt; Gemeinde, versichert Muzicant. Und dass es eine vielfältige, lebendige Gemeinde ist, lässt sich etwa auch an der Tatsache erkennen, dass es 14, 15 Beträume und 6 Rabbiner in Wien gebe (Muzicant).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass es in Wien eine jüdische Gemeinde gibt, in der alle verschiedenen Gruppen, wovon Orthodoxie und Reformjudentum vermutlich die am weitesten auseinanderklaffenden Richtungen sind, die miteinander reden kann, die nicht in verschiedene Blöcke auseinandergebrochen ist, das ist, so Muzicant, in Europa längst keine Selbstverständlichkeit mehr. So gebe es in Deutschland "überall Konflikte" und "in der Schweiz reden sie nicht mal mehr miteinander". Das mit der Schweiz kann ich übrigens, zumindest in Bezug auf Zürich, bestätigen. Zwar nicht aus eigener Erfahrung, aber durch in der ICZ (Israelitische Cultusgemeinde Zürich, so schreibt sich die) involvierte Personen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch die Frage zur Aktivität und Offenheit der IKG und der öffentlichen Wahrnehmung, etwa im europäischen Vergleich, gab es interessante Aussagen. So gab es aus dem Publikum widersprüchliche Meldungen: Zuerst jene einer zugezogenen Person, die findet, dass die IKG eher eine verschlossene Gemeinschaft ist (Was Muzicant natürlich bestritt und eine Reihe von Beispielen brachte). Daraufhin kam dann eine Meldung einer Österreicherin, die etwa 30 Jahre in Deutschland, sowohl im Norden, als auch im Süden, lebte, und die die Wiener IKG wesentlich offener als deutsche Gemeinschaften empfindet. Zudem würde in Österreich, was sie erstaunlich findet, viel mehr über die IKG und Veranstaltungen mit jüdischer Kultur, von denen es laut Muzicant etwa 300 im Jahr gebe, in den Medien berichtet. Wenn die IKG in Österreich eine Pressekonferenz gibt, dann kommen die Medien und berichten auch darüber - etwas, was in Deutschland offenbar weniger der Fall ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zum Thema Restitution&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach 1945 haben Juden in Österreich "nicht hart genug gekämpft und gefordert" und sind höchstens "als Bittsteller" aufgetreten. Doch das darf man ihnen nicht vorwerfen, haben sie doch gerade den Holocaust überlebt und waren dadurch "zutiefst traumatisiert", wollten "einfach nur leben" (Muzicant).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Österreich heute würden aber nicht verstehen, warum die Restitution nach 1945 "kein Thema" war, aber in den letzten Jahren sehr stark (Landesmann). "Stimmt nicht" (Muzicant) - Die Restitution war von Anfang an ein Thema. Doch nachdem die USA weniger Druck auf Österreich ausübten, da der Kalte Krieg, die Auseinandersetzung mit der Sowjetunion, in den Vordergrund trat, ging die Sache nur schleppend oder gar nicht mehr voran. Viele Richter waren zudem ehemalige Nationalsozialisten, teilweise waren sie sogar selbst Ariseure (Muzicant). Dann war da auch die Nichtanerkennung der Zuständigkeit vonseiten Österreichs – das sich ja Jahrzehntelang als erstes Opfer Deutschlands, das keinerlei Verantwortung für die Ereignisse zwischen 1938 und 1945 trage, betrachtete (was die Republik Österreich allerdings nicht dazu bemüßigte, NS-Rechtssprüche in ihrer Gesamtheit als ungültig zu erklären, wie das etwa in anderen Ländern wie Dänemark geschah). Und ganz abgesehen von all dem: Jene Juden, die den Nationalsozialismus überlebten, taten dies nur in den wenigsten Fällen in Europa. Die meisten waren nach Nord- oder Südamerika geflohen, waren froh zu leben, und hatten natürlich kaum oder keine Ahnung über das Schicksal ihrer ehemaligen Besitztümer in Österreich. Sie bekamen ja auch keinerlei Information, Entschuldigung, Erklärung, Einladung oder sonst etwas vonseiten Österreichs. Restitution wurde als "Holschuld" betrachtet: Wer etwas zurückhaben will, muss nach Österreich und vor Ort den Rechtsweg bemühen. Da Juden bei der Flucht aus Österreich bekanntlich alles genommen wurde, insbesondere das Geld, kann man sich natürlich denken, dass nur wenige in den Jahren nach 1945 die finanzielle Kraft aufbringen konnten, in Österreich ein Gerichtsverfahren zu bemühen, was wiederum einiges an Mut erforderte, da die österreichische Rechtssprechung aus erwähnten Gründen für Juden sehr unvorteilhaft war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wende in den 90er-Jahren erfolgte im Zuge des Endes des Kalten Krieges. Viele Archive wurden geöffnet, Recherchen nach dem Schicksal von Raubkunst und anderen geraubtem Eigentum konnten leichter durchgeführt werden. Österreich hatte inzwischen eine gewisse Mitschuld am Nationalsozialismus akzeptiert, neue Informationstechnologien (Internet ab Mitte der 90er) erleichterten zunehmend die internationale Kommunikation und Zugang zu Quellen. Aus einigen Klagen entwickelte sich nun eine "Klagsflut", die aus den USA auf Österreich zukam. Aus diesem Druck heraus kam es 1998 zum Washingtoner Abkommen, in welchem sich Österreich zur Restitution verpflichtete. Die Rolle der IKG bei diesen Verhandlungen zwischen Österreich und den USA wurde übrigens zuerst nicht anerkannt. Erst nach einer Klage, die die IKG gewann, wurde sie als Verhandlungspartner mit Österreich und den USA zugelassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Insgesamt war und ist die österreichische Restitution dennoch dürftig. In der Regel werden nur 10 % des anerkannten Raubgutes restituiert, wobei grundsätzlich nie der tatsächliche Wert eines Gutes anerkannt wird. Als Beispiel nannte Muzicant ein Haus, das 10 Millionen Euro Wert ist. 6 Mio. € davon werden anerkannt, 600.000 € werden restituiert. Im Gegensatz dazu wurde wieder Dänemark genannt: 90 bis 95 % alles enteigneten Vermögens wurde dort restituiert, und zwar 1945.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So ergibt sich auch heute noch das Bild vom &lt;span style="font-style:italic;"&gt;größten Raubzug der Geschichte&lt;/span&gt;, der 1938 bis 1945 im einstigen und heutigen Österreich stattfand. Auf damals 18 Milliarden Schilling wird der Umfang dieses Raubzuges geschätzt. Nimmt man als Beispiel die 63.000 Wohnungen, die ab 1938 in Wien "arisiert" wurden, und nimmt man für jede Wohnung eine Ablöse von heute realistischen 50.000 Euro an, so ergibt allein das etwa 3,1 Milliarden Euro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Zur Waldheim-Affäre&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Blick Muzicants auf Waldheim unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von jenem von Georg Markus, jenem der bisherigen vier Gäste, der sich am ausführlichsten über Waldheim geäußert hatte. Während Markus die Waldheim-Affäre lieber nicht so "aufgebauscht" gesehen hätte, da diese "übetriebene" Anti-Waldheim-Kampagne schließlich auch antisemitische Ressentiments geschürt und rechten Politikern Zustrom gebracht hätte, ja sogar "die Straches von heute" ermöglicht hat, sieht Muzicant diese Geschichtsepoche fast komplett gegensätzlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Waldheim-Affäre war &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"das beste, was diesem Land passieren konnte"&lt;/span&gt;, so Muzicant. Sie hat alte Krusten aufgebrochen und endlich eine Zivilgesellschaft in Österreich hervorgebracht. Eine große Gruppe von Menschen, die sich seither kritisch mit der österreichischen Vergangenheit befassen, war zumindest indirekt die Errungenschaft dieser Affäre. Dass durch das mediale Aufblasen der Affäre, samt US-Einreiseverbot für Waldheim, antisemitische, rechte Reaktionen hervorgerufen werden, ist natürlich nicht verwunderlich. Aber die Vorteile, die diese Affäre gebracht hat (Stichwort Zivilgesellschaft, kritisches Befassen mit der Vergangenheit) überwiegen die Nachteile, in Form rechter Reflexe, die ebenso diese Affäre begleiteten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Waldheim erhielt sein Einreiseverbot im Übrigen nicht wegen seiner Zeit als Wehrmachtssoldat, sondern wegen seinem konsequenten Leugnen, das er so lang betrieb, bis alles bewiesen war. So etwas sein in den USA unverzeihlich. Dieser Mentalitätsunterschied zwischen den USA und Österreich, wo ja das Leugnen quasi Volkssport ist, habe natürlich auch das Seine zum Unverständnis der US-Kritik an Waldheim beigetragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kreisky und Wiesenthal&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was gibts neues zu Kreisky? Nun ja - erneut Aussagen, die ein komplett konträres Bild zur etwas schöngezeichneten Version Markus' bringt. Kreisky habe so einen &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"intensiven Hass"&lt;/span&gt; auf seine jüdische Herkunft gehabt, die er nie überwunden hat (so Muzicant). Und zur Relativierung, Kreisky habe seine jüdische Herkunft doch nie geleugnet: Ja natürlich hat er das nicht, denn wie soll er das denn auch abstreiten (Muzicant, sinngemäß). Aber das ändert nichts daran, dass er ein &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"gestörtes Verhältnis zum Judentum"&lt;/span&gt; hatte. Und die Aussage, dass Juden ein "mieses Volk" seien (welche Markus ja als unwahr bezeichnete), habe Kreisky zweifellos gesagt, jedoch in einem bestimmten Bezug, nämlich als Antwort auf eine Aussage, in der Juden als Volk bezeichnet wurden: "Wenn die Juden ein Volk sind, dann ein mieses".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Zuge der Anschuldigen Kreiskys gegen Wiesenthal, er habe mit den Nazis kollaboriert (&lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kreisky-Peter-Wiesenthal-Aff%C3%A4re"&gt;Kreisky-Peter-Wiesenthal-Affäre&lt;/a&gt;), woraufhin Wiesenthal Kreisky wegen übler Nachrede verklagte (dem ganzen voraus gegangen war übrigens die Aufdeckung der NS-Vergangenheit des Kreisky-Ministers Peter durch Wiesenthal), gab es, aus heutiger Sicht wohl eher unerwartet, viele (ältere) Stimmen in der IKG, die sich über Wiesenthal echauffierten. &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"Wie kann er das nur machen"&lt;/span&gt; (so Muzicant über die damalige Stimmung) - nämlich, dass Wiesenthal sich solche Konfrontationen gibt. Grund für diese Stimmung war eben die vor allem bei Kriegsüberlebenden vorherrschende Ansicht, man solle als Jude in Österreich einfach ruhig und unaufdringlich leben. Doch die jüngere Generation sah das eben anders - der Paradigmenwechsel, wie weiter oben beschrieben, kündigte sich an. Ihre Meinung war, dass man ohne eigenständige Position in Österreich keine Existenzberechtigung hat. Sich zu verstecken, ist der falsche Weg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sei jedenfalls als großer Erfolg der IKG zu werten, dass sie bei jeder wichtigen Affäre (Kreisky, Waldheim) eine "klare Position" gehabt habe. Denn dadurch wird die IKG gehört, öffentlich wahr und ernst genommen. Das sei im übrigen auch eine Schwachstelle bei der bzw. den muslimischen Glaubensvertretungen, nämlich dass sie keine starke Führung, jedenfalls keine repräsentative Führung habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Unterschied zwischen jüdischer und muslimischer Integration und Glaubensvertretungen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Beispiel für die im letzten Satz getroffene Aussage, nämlich der mangelhaften Organisation der muslimischen Glaubensvertretungen in Österreich, sei laut Muzicant die Religionslehrer-Debatte, die jüngst geführt wurde. Anlass war bekanntlich eine Umfrage eines muslimischen Studenten unter muslimischen Religionslehrern, bei der bei einem Viertel demokratiefeindliche Positionen festgestellt worden sein sollen. Die Studie wurde medial heftig diskutiert, teils auch angezweifelt. Forderungen nach einer Änderung der Gesetze bezüglich Religionslehrerausbildung wurden laut, jedoch vom zuständigen Bildungsministerium nicht wirklich ernst genommen. Als sich dann die IKG, Muzicant, zu Wort meldete, dass die Religionslehrerausbildung kein muslimisches, sondern ein generelles Problem in Österreich sei, habe er zunächst Verwunderung ausgelöst. Doch es sei auch bei jüdischen Religionslehrern oft so, dass sie kaum deutsch könnten und bei mangelhaft ausgearbeiteten Umfragen möglicherweise ebenfalls Antworten kämen, die mit der Demokratie in Konflikt stünden. Auch durch solche Positionen, die nicht bloß jüdische Interessen, sondern generell österreichische, betreffen, verschafft man sich Gehör.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In anderen Fällen treten muslimische Glaubensvertreter sogar aktiv an die IKG heran, um sie um Hilfe in religiös-politischen Debatten zu bitten. So gab es etwa Bedarf bei Regelungen für das religiöse Schächten, also speziellen, religiöse Gesetze beachtenden Schlachtmethoden (vollständiges ausbluten lassen, etc.). Aber auch das sei keine rein muslimische Frage gewesen und erst gemeinsam mit der IKG konnte man da mit der Politik zufriedenstellende Lösungen finden (mit Details kann ich hier leider nicht dienen; Muzicant erwähnte dies lediglich kurz als Beispiel). Jedenfalls scheint es Verbesserungsbedarf bei den muslimischen Glaubensvertretungen zu geben. Es gibt eine Reihe von Vertretungen, die unterschiedliche Positionen vertreten. Eine richtige Dachgemeinschaft, vergleichbar mit der IKG, gibt es trotz der staatlich anerkannten Islamischen Glaubensgemeinschaft unter Anas Schakfeh nicht. Diese hat nur wenige Tausend Mitglieder und wird von anderen islamischen Glaubensgemeinschaften in Österreich nicht als oberste Vertretung akzeptiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schließlich noch zur Frage, wie es sein kann, dass in den letzten Jahrzehnten, als tausende Juden aus dem Osten, die kein Wort deutsch konnten, nach Wien kamen, bis heute zumeist bestens integriert sind und ihre Kinder vielfach Universitätsabschlüsse vorweisen, während dies bei muslimischen Zuwanderern nur viel seltener gelingt (es gibt Studien über Akademikerquoten, Schulabschlussquoten etc. nach Herkunft und Religion, die dies darstellen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Muzicant hat "keine Ahnung" warum, er würde es selbst gern wissen. Es sei zwar ein Klischee, jüdische Gelehrsamkeit und so, aber er nehme es auch selbst oft war, etwa wenn ein Kind osteuropäischer Zuwanderer innert kürzester Zeit einen Doktortitel an der Wirtschaftsuniversität erwerben. Vielleicht liegt es daran, so Muzicant, dass es oft mehr Anreiz zum lernen und integrieren gibt. Möglicherweise gibt es &lt;span style="font-style:italic;"&gt;"einen Druck, sich als jüdische Minderheit in der Mehrheitsgesellschaft zu behaupten, zu integrieren"&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-1346986302032705078?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/1346986302032705078/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/04/5-vo-31-marz-2009-ariel-muzicant.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/1346986302032705078'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/1346986302032705078'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/04/5-vo-31-marz-2009-ariel-muzicant.html' title='5. VO – 31. März 2009 – Ariel Muzicant'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-7478228507413287518</id><published>2009-04-01T14:44:00.000-07:00</published><updated>2009-04-30T12:17:27.465-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Georg Markus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Autor'/><title type='text'>4. VO – 24. März 2009 – Georg Markus</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Familiengeschichte&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Georg Markus ist ein österreichischer Autor und – wie ich meine – Anekdotenerzähler. Er stammt mütterlicherseits aus einer mährischen Hofjudenfamilie ab. Sie waren also &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hoffaktor"&gt;Hoffaktoren&lt;/a&gt;, wenn man es politisch korrekt ausdrücken will und falls man sich darunter mehr vorstellen kann. Sein Ur-Ur-Großvater Rafael König war der erste jüdische Schlossergeselle Österreichs. Da dieser im Gegensatz zu seinem Lehrherren lesen und schreiben konnte, übernahm er dessen Schreibarbeiten, und als jener eines Tages Geld brauchte, stieg er in die Schlosserei ein. Die Familie König überstand den Nationalsozialismus durch Flucht und führte den Betrieb nach Kriegsende weiter. Aus dieser Schlosserei und Eisenwarenhandlung gingen dem Anschein nach mehrere Unternehmen hervor. Zum einen gibt es heute einen Obi-Baumarkt Jakob König in Retz, aber auch, wie Markus erzählte und sich &lt;a href="http://www.alukoenigstahl.com/konzern/geschichte.htm"&gt;hier &lt;/a&gt;nachlesen lässt, ein internationaler Stahlhandelskonzern, die &lt;a href="http://www.alukoenigstahl.com"&gt;König-Gruppe&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus der König-Linie ist über Generationen die Familiengeschichte schriftlich überliefert, weshalb Markus vom schweren Alltag und dem Antisemitismus, der etwa dem Ur-Ur-Großvater als Schlosser in Retz entgegenfuhr, aber auch von positiven Erlebnissen, Erfolgen und freundlichen Mitbürgern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Väterlicherseits stammt seine Familie aus Graz. In diesem Zweig der Familie kamen viele während der Shoa ums Leben. Zu Hause wurde wenig über den Nationalsozialismus geredet. Eine Gemeinsamkeit zwischen Opfern und Tätern des Nationalsozialismus gleichermaßen, wie auch Landesmann anmerkte: Die, die diese Zeit erlebt haben, reden häufig nicht gerne darüber und wollen/würden sie lieber vergessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während des Nationalsozialismus in Österreich wurden die meisten österreichischen Juden, derer die Nazis habhaft werden konnte, in Wien in Sammelwohnungen "konzentriert". In so einer lebten auch Markus' Großeltern und die Mutter – und zwar gemeinsam mit &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Eichmann"&gt;Adolf Eichmann&lt;/a&gt;, dessen Identität sie eines Tages zumindest so weit bewusst wurden, als dass er Nationalsozialist ist. Er lebte einen Stock unter ihnen, um hebräisch und "jüdische Bräuche" zu lernen. Mehr, etwa welche Funktion er im NS-Apparat hatte, wussten sie nicht. Als eines Tages Markus' Großvater, Theodor König, von den Nazis verhaftet und in die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ro%C3%9Fauer_Kaserne"&gt;Rossauer Kaserne&lt;/a&gt; gebracht wurde, beschwerte sich Großmutter Ida sogleich bei Eichmann. Und tatsächlich: Wenig später war Theodor wieder frei. Ob das nun aber wirklich an Eichmann gelegen ist, ist nicht bekannt. Die Familie flüchtete danach jedenfalls nach Argentinien.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Antisemitismus einst und heute&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein Großvater, Theodor König, war übrigens lange im deutschnationalen Turnverein. Jedoch nicht aus politischen Gründen, genau so wenig, wie man heute üblicherweise dem Sportverein in der Gemeinde beitritt. Es gab auch nie ein Problem zwischen ihm und den übrigen, nicht-jüdischen, Vereinsmitgliedern. Erst mit dem Aufstieg Karl Luegers, dessen Erfolgsrezept der Antisemitismus war, machten sich plötzlich antisemitische Ressentiments und Vorurteile breit und Theodor sah sich zum Austritt gedrängt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Markus selbst hatte in seinem Leben, wie er sagt, persönlich nie antisemitische Erfahrungen gemacht: In "keinster Weise", "da assimiliert" und in einem bürgerlichen Umfeld aufgewachsen. Lediglich in einer Rauferei seien Mal als antisemitisch bezeichenbare Worte gefallen, doch das zähle nicht. Nach seiner Kindheit und Jugend habe er erst recht keine solchen Erfahrungen mehr gemacht, da er persönlich natürlich keinen Umgang mit Antisemiten pflegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kreisky&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für neuen Wind sorgte Markus beim Dauerthema Kreisky. Kreisky, dessen Mutter mit der Großmutter von Markus in Brünn befreundet waren, hatte ein gutes Verhältnis zur Familie Markus. Vermutlich auch deshalb verteidigte er Kreisky vehement. Kreisky habe nie seine jüdische Herkunft bestritten. Sie sei "Teil meines Wesens und Charakter" und "das zu bestreiten wäre lächerlich", habe er Markus einmal in einem Interview gesagt. Auch der Profil wird wieder einmal negativ in einem Beispiel erwähnt: (Unter anderem) dort sei geschrieben worden, dass Kreisky gesagt habe, Juden seien ein "mieses Volk", obwohl sie [der Profil] "genau wissen", dass es nicht stimmt. Es sei Teil antisemitischer Bestrebungen, so etwas immer wieder zu behaupten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kreisky habe die IKG aus ideologischen Gründen, als atheistischer Marxist, verlassen. Seine jüdische Herkunft habe er jedenfalls nie geleugnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit steht Markus' Einschätzung von Kreisky quasi diametral jener von Ariel Muzicant entgegen, aber auf eine Weise, dass sie sich nicht direkt widersprechen, sondern hauchdünn aneinander vorbeigleiten, ein zweischneidiges Bild von Kreisky zeichnen und dennoch, abzüglich persönlicher Sym- oder Antipathie, mehr oder weniger zutreffend sind. Aber mehr dazu im nächsten Posting, dem Bericht vom Gespräch mit Ariel Muzicant.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Waldheim&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von Kreisky gehts natürlich weiter zu Waldheim, und zwar ohne Zutun des Gesprächsleiters. Auch hier gibt es eine sehr präzise, eindeutige Einschätzung: "sehr ungeschickt", so hat sich Waldheim in jeder Hinsicht angestellt. Und damit liegt Markus auf einer Linie mit allen bisherigen Gesprächspartnern, die sich dazu geäußert haben. Mir scheint mittlerweile, der passendste Titel für ein Buch über die Präsidentschaft Waldheims wäre "sehr ungeschickt".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn man mehr ins Detail gibt, kommen aber Einschätzungen, die sich komplett von bisherigen unterscheiden, zu tragen. So sei die Anti-Waldheim-Kampagne in den Medien übertrieben gewesen. Diese übertriebene Anti-Waldheim-Kampagne habe ein Umfeld geschaffen, dass den "Nährboden" für die Straches &amp; Co von heute bereitet habe. Sie sei als übertriebene Hetze empfunden worden und habe antisemitische Ressentiments geschürt. Das ganze hätte also nicht so aufgebauscht werden sollen. Auch in dieser Hinsicht vertritt Markus einen Standpunkt, der auf den ersten Blick das genaue Gegenteil von dem, was Ariel Muzicant (in der 5. VO) sagte, steht, aber auf den zweiten Blick sich möglicherweise miteinander verträgt. Denn Muzicant empfand die Waldheim-Affäre als einen Aufbruch alter Krusten in der österreichischen Gesellschaft, die eine neue Zivilgesellschaft hervorgebracht habe und die Vergangenheitsbewältigung endlich aktiviert habe. Diese Ansicht ergänzt sich mit jener Markus' möglicherweise insofern, dass Markus mehr die Übertreibung und resultierende rechte Reaktionen wahrgenommen hat, Muzicant jedoch die durch diese "Übertreibung", wenn man dem zustimmen will, eine Art Katalysator für die österreichische Zivilgesellschaft gesehen hat, die alternatives, kritisches Denken gefördert hat - und die rechten Reflexe darauf im Vergleich zur heuchlerischen bisherigen Vergangenheitsbewältigung Österreichs ("erstes Opfer"-Politik) als geringeres Übel ansieht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So weit die Kritik an den medialen, politischen, öffentlichen Reaktionen auf die Waldheim-Lügen. Doch das bedeutet natürlich keine Befürwortung von Waldheims "sehr ungeschicktem" Vorgehen. Ungeschickt deswegen, weil mit dem deutschen Bundespräsidenten &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_von_Weizs%C3%A4cker"&gt;Richard von Weizsäcker&lt;/a&gt; ein Beispiel vorhanden sei, wie man mit der Darstellung seiner NS-Vergangenheit in der Öffentlichkeit sinnvoller, nähmlich ehrlich und offen, vorgegangen wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Markus bringt jedoch noch einen Faktor ins Spiel: &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Weidenfeld"&gt;Lord Weidenfeld&lt;/a&gt; (George Weidenfeld). Dieser war ein Freund Waldheims und soll ihm geraten haben, die "Jugoslawien-Sache", wo Waldheim als junger Soldat stationiert war, nicht zu erwähnen. Waldheim sei dort ohnehin nur hingekommen, weil in seiner Familie Reiten Tradition war und er bei der SA eine Reit-Ausbildung bekommen konnte - "naiv", wie Markus anmerkte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letztendlich ergibt sich jedenfalls das Bild eines naiven Waldheim, der tollpatschig im Umgang mit der Öffentlichkeit war und auf gute Ratschläge seines persönlichen Umfelds angewiesen war, die wohl gut gemeint gewesen sein mögen, ihn aber letztlich medial das Genick brachen. Waldheim konnte die ungeheuren Angriffe gegen ihn sodann auch "überhaupt nicht verstehen" (Markus). Zudem bestehe, so Markus, tatsächlich die Möglichkeit, dass sich Waldheim an nichts oder nicht mehr viel aus seiner Jugend als NS-Soldat in Jugoslawien erinnern konnte, zumal belastende Ereignisse möglicherweise verdrängt worden sein könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Kronen Zeitung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ende 1985 übernahm Markus die Nachfolge von Viktor Reimann bei der Kronen Zeitung als Zuständiger für "historische Themen". Eine Verbesserung sondergleichen, hatte Reimann doch eine von unterschwelligem Antisemitismus geprägte Geschichtsauffassung, die er vermutlich nicht mal selber wahrnahm. So etwa bei der Fortsetzungsgeschichte "Juden in Österreich". Auch Landesmann wusste zu Reimann etwas zu erzählen: Reimann war überzeugt, nicht antisemitisch zu schreiben. Landesmann: "Wort für Wort" tat er es auch nicht, aber wie es Leser auffassen, war es das schon. Reimann sinngemäß: Wie es die Leser auffassen, geht ihn nix an - Hauptsach' es wird gelesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Markus machte den historischen Teil über Jahre. So lange ihm niemand dreinrede, hätte er keinen Grund gehabt, nicht für die Krone zu schreiben. Eines Tages bat ihn tatsächlich Dichand in sein Büro, es war mitten in der Waldheim-Affäre. Er solle doch ein Interview mit US-Juden machen, die Waldheim kannten und ihn "eh in Ordnung" finden. Also quasi als "Jud' vom Dienst" (frei nach Torberg). Markus lehnte natürlich ab, Dichand entschuldigte sich und die Sache war erledigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Erinnern und Vergessen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Umgang mit der Vergangenheit: Nie vergessen! Die erste Generation nach dem Krieg ist immer stark gegen den Krieg, man weiß wie furchtbar es war - aber schon die zweite zieht mit wehenden Fahnen wieder begeistert in den Krieg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Aufhebung des Verbotsgesetzes in Österreich wäre eine "Katastrophe", da bei dieser Geschichte Antisemitismus und Fremdenhass wieder ausarten könnte. Zumindest die nächsten 50 bis 100 Jahre braucht man sicher nicht an eine Aufhebung des NS-Verbotsgesetzes denken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Anekdoten&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerne und vielfach erzählte Markus Anekdoten aus seiner Familiengeschichte. Eine davon sei hier genannt: Großmutter Ida reiste gelegentlich von ihrem Heimatort Brünn nach Wien. Als eines Tages neue Expresszüge ihren fahrplanmäßigen Betrieb aufnahmen, fragte man Ida am Bahnhofsschalter, ob sie "Express" buchen möchte. Den Wert einer Fahrkarte im Bewusstsein, verneinte sie dieses Angebot energisch mit den Worten: "Na, für mein Geld will' i lange reisen!".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;"Jüdischer Geist"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;[Aussagen sinngemäß wiedergegeben:]&lt;br /&gt;Landesmann: Was verbindet Juden miteinander, was ist der jüdische Geist? Warum machten fast nur Juden die Wiener Moderne aus?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Markus: Antisemitismus beginnt beim Philosemitismus, dem herausheben von Eigenschaften. Doch ein Zusammenhalt ergebe sich durch die Jahrhundertelange Verfolgung, die Zusammenhalt erforderte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Landesmann: Verfolgungsdruck als Antrieb für Leistung?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Markus: Klischee, aber da is' sicher was dran - Beispiel die Tradition, Lesen und Schreiben zu können, wegen der Thora. Aber im Grunde will doch jede Mutter kluge Kinder mit Doktortitel.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-7478228507413287518?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/7478228507413287518/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/04/4-vo-24-marz-2009-georg-markus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/7478228507413287518'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/7478228507413287518'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/04/4-vo-24-marz-2009-georg-markus.html' title='4. VO – 24. März 2009 – Georg Markus'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-3165722598874697318</id><published>2009-03-22T10:28:00.000-07:00</published><updated>2009-04-30T12:18:25.383-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='2009'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wiener Konzerthaus'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='josh dolgin'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='socalled'/><title type='text'>Exkurs: Socalled im Wiener Konzerthaus, 16. März 2009</title><content type='html'>Da es ganz gut - mehr oder weniger - zum Thema passt, folgender Exkurs: Der kanadische Musikproduzent und DJ Socalled, der sich in den letzten 10 Jahren einen Namen als Experte für das Samplen und Neu-Arrangieren alter jüdischer Musik, traditionellem hebräischen und jiddischen Liedgut, gepresst auf 50 bis 80 Jahre alten Schallplatten, die er tausendfach zuhause hortet, gemacht hat, absolvierte vergangene Woche sein meines Wissens nach zweites Konzert in Wien. Zumindest sein zweites innerhalb der letzten zwölf Monate - er trat bereits im Herbst 2008 am "Spot on Jiddischkeit"-Festival des Wiener Konzerthauses an einer ausverkauften Veranstaltung gemeinsam mit Klezmer-Legende, dem Klarinettisten &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Krakauer"&gt;David Krakauer&lt;/a&gt; auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Folgenden Text hab ich bereits vorverfasst, da ich mit dem Gedanken gespielt hab, irgendwen irgendwo zu fragen, ob er veröffentlicht werden kann. Mir war es dann aber zu blöd, bei allen Zeitungen und Zeitschriften anzurufen, nachdem ich schon beim Standard keine Antwort bekommen hab ;-) (man hat mir dort bei einem Hearing mal gesagt, ich soll mich doch melden, wenn ich was geschrieben hab - aber genau aus diesem Grund, der Ignorierung, schreib ich nie was "einfach so"); Eigentlich wollt ich den Text ohnehin gleich hier veröffentlichen - aber aus besagtem Grund hab ich noch ein bisschen gewartet. Also nur, damit ihr (ich weiß, ich spreche mit der Wand) wisst, warum sich oben einleitend geschriebenes gleich noch mal teilweise wiederholt (aber ich wollte es nicht überarbeiten, weil ich es so schön Zeitungs-mäßig cool und großspurig formuliert habe ;-):&lt;br /&gt;&lt;meta equiv="CONTENT-TYPE" content="text/html; charset=utf-8"&gt;&lt;title&gt;&lt;/title&gt;&lt;meta name="GENERATOR" content="OpenOffice.org 3.0  (Win32)"&gt;&lt;style type="text/css"&gt; 	&lt;!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--&gt; 	&lt;/style&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm; font-style: italic;"&gt;Was herauskommt, wenn Jahrtausende alte jüdische Musiktradition auf jüngere Innovationen der Musikgeschichte wie Hip Hop und Drumcomputer trifft, führte Montagabend der kanadische DJ, Rapper, Musiker und Produzent socalled (eigentlich Josh Dolgin) dem Wiener Publikum im Konzerthaus vor Augen und Ohren. Gemeinsam mit drei weiteren Musikern (E-Bass und -Gitarre sowie Klarinette) und der Sängerin Katie Moore präsentierte er in einer etwa 90-minütigen Show einen Querschnitt seines vielfältigen Repertoirs: von Klezmer unplugged über moderne Variationen traditioneller Lieder (mit Rap und Hip Hop-Beats) bis hin zu völlig neuartigen Hip Hop-Stücken, die von hebräischen und jiddischen Gesangs-Samples sowie der Klarinette unterstützt werden. Socalled selbst singt, rappt, spielt Klavier und Akkordeon und bedient ständig hektisch den Drumcomputer, aus welchem Samples von bis zu 80 Jahre alten Platten, sowie einprogrammierte Funk- und Hip Hop Beats entweichen. Einen gewissen Bekanntheitsgrad in Österreich verdankt socalled dem Radiosender FM4, wo die Single “You are never alone” 2007 häufig gespielt wurde. Vermutlich ist deshalb Wien der einzige Abstecher von seiner gegenwärtigen Frankreich-Tournee. Bereits 2008 absolvierte er, in Begleitung des bekannten Klezmer-Klarinettisten David Kracauer, einen Auftritt am “spot on Jiddischkeit”-Festival im Wiener Konzerthaus. Auf ein baldiges Wiedersehen, gerne auch mit größerem Ensemble, ist zu hoffen.&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;Fehlt nur noch &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"herzlichst, ihr Michael Jeannée"&lt;/span&gt;, gell? (warum schreibt man Jeannée eigentlich mit zwei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;e&lt;/span&gt;, wo er doch männlich ist? Oder schreibt man ihn eh &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Michael Jeanné&lt;/span&gt;?)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil das hier jedenfalls keine Zeitung ist - weder Krone noch Standard - bleibt sogar noch Platz für viele, viele, viele zusätzliche &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guetzli"&gt;Guetzlis&lt;/a&gt;, die in so einem doofen Papier-Produkt eh nie Platz hätten: einziger Nachteil: keine Leser (außer du, du liebe Wand).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Guetzli Nummer 1: diese zwei wunderschönen Fotos in rührend-altehrwürdiger Steinzeit-Qualität, gemacht mit meinem uralt-gebraucht Handy, das außer dieser für damalige Verhältnisse hochauflösenden Bilder auch bereits SMS senden und empfangen kann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/ScZ6YQB5veI/AAAAAAAAAD4/KC70I5hH9TU/s1600-h/Bild028.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 256px;" src="http://3.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/ScZ6YQB5veI/AAAAAAAAAD4/KC70I5hH9TU/s320/Bild028.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5316070967195844066" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/ScZ6PjUxpvI/AAAAAAAAADw/N39MC4lhLi0/s1600-h/Bild034.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 256px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/ScZ6PjUxpvI/AAAAAAAAADw/N39MC4lhLi0/s320/Bild034.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5316070817756456690" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und Guetzli-Nummer 2: Folgendes, mindestens ebenso hochauflösendes, dazu aber auch noch akustisch ein wahrer Genuss, Video des Eröffnungsliedes: mit viel Fantasie kann man sich in das wunderbare Konzerterlebnis, diese kongeniale Vermischung herkömmlicher Instrumtente mit der zauberhaften Drum-Machine, hineinversetzen, auch wenn es leider eher wie eine Halluzination im Drogenrausch (vgl. &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trainspotting_%E2%80%93_Neue_Helden"&gt;Trainspotting&lt;/a&gt;) aussieht und sich auch so anhört:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/F_rixwPCujM&amp;amp;hl=de&amp;amp;fs=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/F_rixwPCujM&amp;amp;hl=de&amp;amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;eine akustisch und bildlich hingegen nahezu meisterhafte Version dieses Liedes findet sich übrigens als &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=s-QrjavSSZA&amp;eurl=http%3A%2F%2Fjioeh.blogspot.com%2F&amp;feature=player_embedded"&gt;Video hier&lt;/a&gt;. Allerdings ist diese meiner Meinung nach übertrieben drum-lastig und nicht so ausgewogen wie in Wien.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-3165722598874697318?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/3165722598874697318/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/exkurs-socalled-im-wiener-konzerthaus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3165722598874697318'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/3165722598874697318'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/exkurs-socalled-im-wiener-konzerthaus.html' title='Exkurs: Socalled im Wiener Konzerthaus, 16. März 2009'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_PpNHfjgNUtA/ScZ6YQB5veI/AAAAAAAAAD4/KC70I5hH9TU/s72-c/Bild028.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-6969194740454314450</id><published>2009-03-22T08:47:00.000-07:00</published><updated>2009-06-07T15:29:21.078-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schauspieler'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Harry Singer'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gideon Singer'/><title type='text'>3. VO - 17. März 2009 - Gideon Singer</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Kindheit vor dem Nationalsozialismus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dritter Gast bei Peter Landesmann war der Schauspieler &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gideon_Singer"&gt;Gideon Singer&lt;/a&gt;. 1926 in Brünn als Harry Singer geboren, wuchs er zweisprachig auf: mit seiner Mutter sprach er deutsch, mit seinem Vater tschechisch. In seiner Kindheit war er mehrmals in Wien, wo er seinen Onkel, der Operettentenor (wenn ich es richtig verstanden hab) war, besuchte. Jedenfalls weckten seine Wien-Besuche bei seinem Onkel sein Interesse für die Oper, weshalb er dann auch in Wien "Oper studieren" wollte, was seinem Stiefvater aber gründlich missfiel (den Teil, wie es vom Vater zum Stiefvater kam, hab ich leider verpasst oder er wurde nicht erwähnt); er wollte sodann weitere Wien-Besuche verhindern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Flucht nach Palästina&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1940 (laut Eigenaussage; und somit nicht 1941, wie etwa in der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gideon_Singer&amp;amp;oldid=50812673"&gt;Wikipedia&lt;/a&gt;; 1940 wird auch durch andere &lt;a href="http://www.google.at/url?sa=U&amp;amp;start=2&amp;amp;q=http://www.managementrehling.com/content/pdf/gsinger_lebenslauf.pdf&amp;amp;ei=cGDGScy-KsWLsAbopaTdCw&amp;amp;usg=AFQjCNGXh5uB24og9cP01nvy6e19-t3nGg"&gt;Quellen &lt;/a&gt;unterstützt) floh er mit seiner Familie per Schiff nach Palästina, wo er sodann in ein Kinderheim gesteckt wurde (auch diesen Teil der Geschichte konnte ich nicht ganz nachvollziehen; allerdings gab es zB. in Zypern Internierungslager, wo "illegale" jüdische Flüchtlinge während des Zweiten Weltkriegs von den Briten samt Frauen und Kinder interniert wurden; auch im damaligen Völkerbundsmandat Palästina gab es offenbar Internierungslager für illegale Einreisende; Singer sagte jedenfalls, dass er in ein Kinderheim, dessen Name ich nicht identifizieren konnte (&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Alyat Anoah&lt;/span&gt; oder so?), gesteckt wurde;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Kinderheim nach seinem Namen gefragt, meinten die Betreuer sofort "Harry ist kein jüdischer Name". Er bekam eine Liste hebräischer Namen, die er zwar nicht lesen konnte, aber durch die er sich fleißig durchfragte. Als er einen neuen Vornamen für sich gefunden hätte - er hieß übersetzt sowas wie "Wolf" - meinten die Betreuerinnen jedoch, den Namen habe schon ein anderes Kind gewählt. Harrys zweite Wahl war dann Gideon. Seinen Nachnamen durfte er, obwohl sie den auch ändern wollten, letztlich behalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Jüdische Identität im Wandel&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch bei Gideon Singer trifft man wieder auf jenes anfänglich distanzierte Verhältnis zum Judentum, wie es bereits in Otto Schenks oder Danielle Speras Elternhaus vorherrschte. Seinen Vater bezeichnet Singer als einen "Antisemiten" - also ein "jüdischer Nazi", wie Landesmann überspitzt scherzte. Der Bruder seiner Mutter war aber tatsächlich Nazi, so Singer. Mir ist allerdings nicht bekannt ob Singers ganze Familie jüdisch war, denn sonst wäre der Bruder seiner Mutter tatsächlich ein "jüdischer Nazi" gewesen. Jedenfalls gab uns Singer damit zu verstehen, wie es um die "jüdische Identität" in seiner Familie bestellt war. Sie war praktisch nicht vorhanden. Nach dem Anschluss bzw. der Annexion der Tschechoslowakei und der beginnenden Judenverfolgung habe sich Singer jedenfalls gewundert, dass er "auch Jude" ist. Im Gymnasium durften nun pro Klasse nur noch zwei Juden sitzen, ab 22 Uhr galt eine Ausgangssperre und andere Diskriminierungen wurden ab nun vom NS-Staat verordnet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als er gegen Kriegsende bzw. danach von der Shoa erfuhr, vom Tod vieler Verwandter, sei das für ihn angeblich kein großer Schock gewesen. Er sei noch zu jung gewesen, als dass ihm das besonders nahe hätte gehen können - möglicherweise kannte er, bis auf seinen Onkel und seine Cousine(n?) in Wien seine Verwandtschaft auch kaum, näheres hat er dazu jedenfalls nicht gesagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Neues Leben in Israel und "Rückkehr"/erneute Auswanderung nach Österreich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Singer lernte bald hebräisch und wuchs ins im Entstehen begriffene Israel hinein. Er kämpfte in "5 bis 6 Kriegen" - "nur?" (Landesmann) und wurde so zum Israeli, jedoch nicht religiös. Generell sei es für "europäische Juden" (gemeint sind wohl insbesondere die Assimilierten) schwer gewesen, sich in Israel zu integrieren: klimatisch, mental und insbesondere sprachlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Was hat dich dazu bewegt, Israel zu verlassen?&lt;/span&gt; (Landesmann)&lt;br /&gt;"Ich habe Israel bis heute nicht verlassen" (Singer). Es habe sich einfach so ergeben, als er in den 70ern von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Kutschera"&gt;Rolf Kutschera&lt;/a&gt; eingeladen wurde, in Wien aufzutreten. Er habe zwei Identitäten: eine israelische und eine österreichische, die laut Pass, wo immer noch "Harry Singer" steht, allerdings eine tschechische ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Judentum im Alltag&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie bereits erwähnt, ist Singer nicht religiös. Er weiß nicht mal, ob in der IKG ist, also ob er jemals eingetreten ist &lt;span style="font-style: italic;"&gt;(fragender Blick zu seiner Frau, die ebenfalls anwesend war)&lt;/span&gt;. Falls ja, würde er aber trotzdem nicht austreten. Dennoch spielt seine jüdische Identität, die er gemessen an seinen bisherigen Aussagen vermutlich eher als israelische beschreiben würde, im Alltag immer wieder eine Rolle. Dass er immer wieder als Jude wahrgenommen und in so eine Schublade gesteckt wird, störe ihn allerdings nicht besonders. Er erzählte von einem Ereignis, ich glaube es war in Deutschland, wo er von einem anderen Theaterschaffenden mit den Worten "Gideon Singer, Jude" vorgestellt wurde. Es sei jedoch scherzhaft gemeint gewesen, derjenige sei ein naiver Mensch und Singer ihm deswegen nicht böse.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Singer während der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waldheim-Aff%C3%A4re"&gt;Waldheim-Zeit&lt;/a&gt; einen Israel-Aufhalt absolvierte, habe man ihn dort gefragt, ob er sich denn in Österreich unbehelligt auf offener Straße bewegen könne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob er Erfolg und Misserfolg auf sein jüdische Zugehörigkeit zurückführe? (Landesmann) - Nein, "diesen Komplex" habe er nicht, bzw. habe er ihn abgelegt. Lediglich beim Autofahren, wenn sich jemand vorbeidrängle oder ihm die Vorfahrt nehme, rege er sich auf, dass dies sicher ein Antisemit sei - aber natürlich nur zum Scherz. "&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Das einzige worunter ich wirklich leide, jeder möchte mir einen jüdischen Witz erzählen&lt;/span&gt;".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob es etwas geistig Verbindendes unter Juden gäbe? (Landesmann) - Ja, aber das dürfe man nicht überschätzen oder verallgemeinern (Singer). Hierzu muss ich übrigens noch eine Aussage Otto Schenks einbringen: Beim ersten Treffen der "Deutschen Jungschar", wo auch "Halbjuden" miteingezogen wurden, hatten sich alle in einem Raum auf die vorhandenen Sitzplätze zu setzen. Als es dann hieß, die "Halbjuden" sollen alle aufstehen, standen genau vier Personen, inklusive Schenk, auf, und alle saßen nebeneinander in der selben Reihe, obwohl sie sich noch nie zuvor gesehen hatten - erzählte ein sichtlich amüsierter Schenk am ersten Termin dieser Gesprächsreihe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Befragt zu Antisemitismus, dem Nahost-Konflikt, Vergangenheitsbewältigung und ähnlichen "schweren" Themen wich Singer häufig aus. Er könne dazu nichts sagen, könne über solche Dinge nicht reden, habe dazu keine Meinung. Das brachte Landesmann dann auch zur Frage, ob er meine, dass ein Schlusstrich unter die NS-/Shoa-Vergangenheit gezogen werden sollte. In gewisser Weise ja, so Singer; zumindest persönlich setze er sich nicht weiter mit der Vergangenheit auseinander, er lest zum Beispiel keine Bücher diesbezüglich (aufgrund seines persönlichen Lebenslaufes meiner Meinung durchaus eine verständliche Einstellung - er hatte wohl schon mehr Auseinandersetzung mit dem Thema, als ihm vielleicht lieb war). Aber generell dürfe man die Ereignisse keinesfalls vergessen. Bei Fragen zu diesem Thema müsse man ihm jedenfalls zugute halten, dass es sein erstes Interview in dieser Art, wo es "über ihn" geht, sei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bezüglich der Situation in Israel hat er jedenfalls eine klare Einstellung: er "leidet" unter der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"israelischen Innenpolitik"&lt;/span&gt; - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"vor allem jetzt"&lt;/span&gt;, wo &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"die Zionisten wieder am Ruder"&lt;/span&gt; sind.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-6969194740454314450?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/6969194740454314450/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/3-vo-17-marz-2009-gideon-singer.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6969194740454314450'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6969194740454314450'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/3-vo-17-marz-2009-gideon-singer.html' title='3. VO - 17. März 2009 - Gideon Singer'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-6946884593402920240</id><published>2009-03-17T19:13:00.001-07:00</published><updated>2009-04-30T12:19:20.641-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Danielle Spera'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='ORF'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='ZIB'/><title type='text'>2. VO - 10. März 2009 - Danielle Spera</title><content type='html'>Zweiter Gast der Gesprächsreihe bei Peter Landesmann war Danielle Spera, österreichweit bekannt als Sprecherin der Zeit im Bild (ZIB), der Hauptnachrichten des ORF-Fernsehens. Ihr Vater, der noch als Jugendlicher in der NS-Zeit verfolgt und unter anderem zu Zwangsarbeit verpflichtet wurde, schickte Danielle im Nachkriegsösterreich "zum Schutz" in eine katholische Schule. Ihre jüdische Identität hat sie deshalb aber nicht aufgegeben, wenngleich sie sich den Ausruf &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Oh Gott"&lt;/span&gt; nicht mehr abgewöhnen konnte, was allerdings auch keinen Widerspruch zum jüdischen Verbot, den Namen Gottes auszusprechen, darstellt, da "Gott" ja nicht sein Name sei ;-)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Speras Haushalt - sie ist mit dem Psychoanalytiker Martin Engelberg verheiratet und hat drei Kinder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;(vgl. &lt;/span&gt;&lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4750&amp;amp;Alias=wzo&amp;amp;cob=266190"&gt;Wiener Zeitung&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;)&lt;/span&gt; - spielt die jüdische Religion und Tradition eine große Rolle. Jüdische Feiertage werden, mit Ausnahme des Sabbad, an dem mitunter gearbeitet werden "muss", grundsätzlich eingehalten, sie und ihr Mann besuchen wöchentlich die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schi%27ur"&gt;Schi'ur&lt;/a&gt;. Koscher wird zwar auch gegessen, aber nicht in der strengsten Auslegung. Auch eine Pessach-Küche habe sie nicht (zu Pessach muss das ganze Haus gründlichst geputzt werden, insbesondere die Küche, damit das essen auch wirklich "koscher für Pessach" ist), würde sie sich aber wünschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;ORF antisemitisch?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viel zu diskutieren gab es über die Berichterstattung des ORF, die mitunter als antisemitisch und/oder anti-israelisch kritisiert wird. Hierzu wusste Spera gleich mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die zum Teil auch für großen Wirbel in der Redaktion bzw. ORF-intern sorgten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1) Die Berichterstattung über die Solidaritätskundgebung für Israel am Judenplatz anlässlich des Gaza-Krieges. Die Atmosphäre - es war finster, regnete (glaub ich) zeitweise sogar, die Stimmung (zumindest die, die von der Kamera vermittelt wurde) war eher gespannt bis aufgewühlt - diese Atmosphäre jedenfalls sei vom Berichterstatter bewusst gegen ein Interview in gemütlicher Kaffeehaus-Atmosphäre mit einem Vertreter der muslimischen Glaubensgemeinschaft ausgespielt worden, wo dieser seelenruhig seine Kritik an Israel ausbreiten konnte, etwa dass die Israelis die Palästinenser auslöschen wollen. Dies sorgte dann nicht nur für Proteste innerhalb des ORF, sondern auch seitens des israelischen Botschafters und führte letztlich zu einer Entschuldigung der ORF-Verantwortlichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2) Ebenfalls erwähnt wurde jener ZIB-Bericht vom 18. Dezember 2008, der auch mir damals, während des Gaza-Krieges, negativ aufgefallen ist (den Fall hab ich damals im Vergleich mit dem ARTE-Info-Kurzbericht punktgenau in meinem Blog nachgezeichnet, bitte &lt;a href="http://fm5ottensheim.blogspot.com/2008/12/manipulative-orf-berichterstattung-zu.html"&gt;hier&lt;/a&gt; nachlesen); Jedenfalls soll dieser voller selektiver Darstellung strotzende Bericht im Nachhinein für viel Wirbel in der Redaktion gesorgt haben, bis zur diplomatischen Ebene schaffte er es jedoch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Generell, so Spera, verfüge der ORF mit Ben Segenreich in Tel Aviv und Karim El-Gawhari in Kairo jedoch über ausgezeichnete Journalisten, die für eine ausgeglichene Berichterstattung von beiden Seiten des Nahostkonflikts sorgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Redaktionsinterne Ansprechpartner für jüdische oder israelische Themen gebe es jedenfalls mit &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Scholl"&gt;Susanne Scholl&lt;/a&gt;, &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joana_Radzyner"&gt;Joana Radzyner&lt;/a&gt; und einst mit &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Hochner"&gt;Robert Hochner&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was - meiner Meinung nach - letztlich bleibt, ist der Eindruck eines hinsichtlich der Nahost-Berichterstattung gespaltenen ORF - denn wie sonst soll man sich unseriöse Berichte mitten in den Hauptnachrichten erklären, während wenig später hervorragende Korrespondenten oder Moderatoren/Interviewer sich um Seriösität bemühen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Profil, Kreisky&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kritik übte Spera auch an Profil-Herausgeber Christian Rainer, der Bundespräsident Heinz Fischer in einem Interview gefragt haben soll, ob "die Bilanz im Gaza-Krieg" (über 1000 Tote auf palästinensischer Seite und etwa ein Dutzend auf israelischer) nicht hätte "umgekehrt ausfallen sollen". Ob dies nun seine persönliche Einschätzung sei oder lediglich eine provokative Frage hätte sein sollen, um dem Bundespräsidenten nicht vielleicht eine ungeschickte Antwort entlocken zu können, sei dahingestellt. In beiden Fällen aber wohl kaum eine rühmliche Leistung eines Nachrichtenmagazin-Herausgebers. Die Provokation gegen Israel - dass quasi die ganze Welt nach seiner Pfeife tanze, Stichwort "Israel Lobby" - hatte ja bereits mit einem unübersehbaren Cover für Aufsehen gesorgt und auch in internationalen Blogs &lt;a href="http://www.jewishexponent.com/article/14272"&gt;Resonanz&lt;/a&gt; gefunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch Kreisky wurde wieder angesprochen. Dieser habe durch seine vehemente Ablehnung des jüdischen - etwa inform der Zusammenarbeit mit ehemaligen Nationalsozialisten und der FPÖ sowie der Intrige gegen Simon Wiesenthal - für den "Kreisky-Effekt" gesorgt, der einen gewissen Antisemitismus auch bei Personen mit intellektueller Basis legitimiert habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter die Geschichte, insbesondere jene des Nationalsozialismus und der Shoa/Holocaust, dürfe jedenfalls kein Schlussstrich gesetzt werden, denn es wird ja immer noch geleugnet, sowohl von rechter Seite als mitunter auch von kirchlicher, wie die Causa um die Pius-Brüderschaft erst kürzlich wieder aufzeigte. Je weniger Zeitzeugen es gibt, um so wichtiger wird das Erinnern und Aufklären. Deshalb schreibt ihr Vater nun auch seine Erinnerungen aus seiner Jugendzeit im nationalsozialistischen Wien auf, damit die Enkelkinder an diesen Erinnerungen eines Tages teilhaben können.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-6946884593402920240?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/6946884593402920240/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/2-vo-103-danielle-spera.html#comment-form' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6946884593402920240'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/6946884593402920240'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/2-vo-103-danielle-spera.html' title='2. VO - 10. März 2009 - Danielle Spera'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-4478573710008407368</id><published>2009-03-15T16:29:00.000-07:00</published><updated>2009-04-30T12:19:49.843-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Otto Schenk'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schauspieler'/><title type='text'>1. VO - 3. März 2009 - Otto Schenk</title><content type='html'>&lt;span class="vlvz_titel"&gt;Otto Schenk hat, was vielleicht der Mehrheit der Personen, die ihn als Schauspieler kennen, nicht bewusst ist, einen äußerst direkten Bezug zum Judentum. Zwar konnte er nicht viel über das "Judentum in Österreich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;heute&lt;/span&gt;" sagen, doch hatte er umsomehr über seine Zeit als Kind während des Nationalsozialismus zu erzählen - vielleicht auch der Grund dafür, ihn als ersten Gast der Gesprächsreihe zu Wort kommen zu lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Kindheit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Otto Schenks Vater hatte vier jüdische Großeltern, weshalb er für die Nationalsozialisten als "Volljude" - wie Schenk selbst formulierte - galt. Zwar ließen sich die Eltern seines Vaters taufen, und auch Schenks Vater wurde nach seiner Geburt getauft, doch interessierten solche Tatsachen die Nazis vorstellbarerweise kaum bis gar nicht. Schenk hatte jedoch das Glück, eine "arische" - im Sinne der Nazi-Rassengesetze - Mutter zu haben. Zu diesem "Glück" soll übrigens seine Mutter gesagt haben, sie schäme sich, keine Jüdin zu sein - worauf der Vater natürlich entgegnete:&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "Bist du deppert? Ich würde alles dafür geben, keiner zu sein. Du bist meine Rettung!"&lt;/span&gt;. Die Ehe von Otto Schenks Eltern galt nämlich - da bereits vor den Nazi-Gesetzen geschlossen - als "privilegierte Mischehe". Ja, sowas gabs offenbar wirklich. Was das sein soll, konnte ich mir jedenfalls erst nach Lesen dieses &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mischehe_%28Nationalsozialismus%29#.E2.80.9EPrivilegierte.E2.80.9C_und_.E2.80.9ENichtprivilegierte_Mischehe.E2.80.9C"&gt;Wikipedia-Artikels&lt;/a&gt; erklären. Das führte dann zu äußerst obstrusen Verhältnissen: Sein Vater wurde zwar als "Jude" diskriminiert, jedoch drohte ihm keine Deportation. Er verlor seinen Job als Jurist und verdiente sich fortan schwarz etwas Zusatzeinkommen für die Familie. Des weiteren, so Schenk, hätten die "arischen" Freunde der Familie zu ihnen gehalten und sich auch weiterhin - privat - mit ihnen getroffen und sie unterstützt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schenk selbst habe bis zum Anschluss Österreichs gar nicht wahrgenommen, dass er jüdische Vorfahren oder gar jüdische Freunde hätte und in einem jüdischem Umfeld lebe. Doch nach dem Anschluss wurde ihm dies schmerzhaft vor Augen geführt: "alles verschwand". Otto Schenk nahm in seiner Kindheit übrigens auch Schwimmunterricht: Am Attersee bei einem gewissen Wertheimer - es muss sich wohl um jenen Wertheimer handeln, der auch Friedrich Torbergs Schwimmlehrer gewesen war. Denn auch dieser hatte einen Wertheimer im Salzkammergut als Schwimmlehrer, er dürfte äußerst bekannt und erfolgreich gewesen sein. Jedenfalls, hatte dieser eine große, blonde, wunderschöne Frau - die "perfekte Arierin", &lt;/span&gt;&lt;span class="vlvz_titel"&gt;so Schenk scherzend &lt;/span&gt;&lt;span class="vlvz_titel"&gt;- bloß: sie war Jüdin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch zurück nach Wien: Schenk durfte, wenn ich es richtig verstanden habe, nach einer Weile nicht mehr zur Schule gehen, da er als "Halbjude" galt, und allmählich entwickelte sich in Schenk ein "Stolz, Halbjude zu sein", da er in vielen Bereichen die selbe Diskriminierung zu erfahren hatte, wie "richtige" Juden auch. Schenk wurde Teil der jüdischen "Schicksalsgemeinschaft" - das ist sein Zugang zur "jüdischen Identität". Eines Tages wurde er auch zur "DJ", dem "Deutschen Jungvolk", eingezogen - denn auch "Halbjuden" wurden vorerst mitverpflichtet, dieser Unterorganisation der Hitlerjugend beizutreten. Dort haben er und die anderen "Mischlinge" dann aus Protest - schließlich wollten sie ja nicht zur DJ - "gejüdelt" (jene vom jiddischen abgeleitete Jargonsprache, die in Wien vor 1938 wohl jeder kannte und teils wohl auch imitieren konnte), auch bei den Liedern, die sie marschierend singen mussten - aber niemand hats gemerkt. Und den nichtjüdischen Sitznachbarn hat er dann und wann einen jüdischen Witz "philosemitisch" erzählt, worauf die sich "aus Antisemitismus" halb totgelacht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach einer Weile war es den Nazis aber offenbar auch zu blöd, dass sie "Halbjuden" zur DJ verpflichten, und "verboten" diesen sodann die Teilnahme (nachdem sie sie zuvor verpflichtet hatten). Otto hatte sich mittlerweile mit einigen der DJlern halbwegs angefreundet, und sie baten ihn, da Schenk ein guter Läufer zu sein schien, bei ihnen zu bleiben, um mit ihnen an Wettbewerben teilzunehmen. Sie nahmen es ihm fast böse, dass er plötzlich nicht mehr kam - aber er durfte ja nicht. Und wenn sich die Wege von DJlern mal mit jenen Schenks kreuzten, meinten sie gar mit vollem ernst: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;na, du hasts gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Zur "jüdischen Identität", Standpunkte&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Die Varianten der jüdischen Identität, oder genauer gesagt, jener Personen, die während des Nationalsozialismus als Juden galten, stellte Schenk wie folgt dar:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- religiöse und orthodoxe Juden&lt;br /&gt;- assimilierte Juden&lt;br /&gt;- jüdische Schicksalsgemeinde&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu letzterem zählte Schenk - diese Zugehörigkeit, durch die Diskriminierung als "Mischling" entstanden, bewirkte bei ihm ein jüdisches Identitätsbewusstsein, ein "Stolz, Mischling zu sein" - Ähnlich wie auch bei seiner Mutter, die sich fast schämte, das tragische Glück zu haben, als einzige in der Familie nicht diskriminiert zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein paar schöne Aussagen fand Schenk bezüglich Wien, aber auch dem orthodoxen Judentum. Zu Wien: Hier kann jeder Wiener werden, egal welche Herkunft oder Religion man hat - man wird zum Wiener Juden, Wiener Türken usw. - jedenfalls wird man Wiener. Darauf ist Schenk stolz, nämlich als Wiener dazugehören zu können, zur Wiener Kraft als Stadt - denn &lt;span style="font-weight: bold;"&gt;"ohne das Fremde gibt es nix Eigenes" &lt;/span&gt;(Schenk im O-Ton)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beispielhaft für das Verhältnis zwischen Wiener Juden (insbesondere den assimilierten) und dem 1948 gegründeten Staat Israel bzw. den Kampf für dessen Existenz zitierte Schenk &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcel_Prawy"&gt;Marcel Prawy&lt;/a&gt;, der gesagt haben soll: "Wie komme ich dazu, als Wiener in die Wüste zu müssen?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur Orthodoxie wiederum hat Schenk zwar keinen Zugang - weder als Kind noch danach - einfach aus dem Grund, da er "a-religiös" ist und ihm alles religiöse "peinlich" ist, egal ob katholisch, jüdisch oder sonst was. Allerdings empfand er das orthodoxe Judentum - die sichtbarste Form des Judentums auf den Straßen - als "entzückende schöne Farbe". Genau so empfindet er auch das (muslimische) Kopftuch als eine schöne Farbe, die eine Stadt bereichert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Verzeihungssucht&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;Ein interessantes Thema, das sich vermutlich wie ein roter Faden durch alle Gespräche dieser Lehrveranstaltung ziehen wird, ist der "Fall Bruno Kreisky". Schenk und Landesmann kamen auf ihn bezüglich der "Verzeihungssucht" zu sprechen - eine Eigenschaft, die scheinbar viele Juden, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten, hervor brachten: so auch Schenks Vater. Damit ist gemeint, dass man als Jude niemandem das selbe oder ähnliches Leid zufügen will, wie die Nazis den Juden. Den ehemaligen Nazis wird "verziehen". Vermutlich ist es aber wohl eher eine Art Verdrängungsmechanismus, um die grausame Zeit des Nationalsozialismus hinter sich liegen lassen zu können. Doch es war, so Schenk, eine "Verzeihungssucht, die manchmal zu weit ging". Als Beispiel nannte er eben Bruno Kreisky, der zwar aus einer jüdischen Familie stammte, aber fast demonstrativ ehemalige Nazis als Minister einsetzte und die Partei der Altnazis, die FPÖ, in die Regierung mitnahm. Auch bei der Restitution dürfte "Verzeihungssucht" mit im Spiel gewesen sein, sodass sich in vielen Fällen, bzw. insgesamt, viel zu lang viel zu wenig bewegte.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-4478573710008407368?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/4478573710008407368/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/1-vo-3-marz-2009-otto-schenk.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/4478573710008407368'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/4478573710008407368'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/1-vo-3-marz-2009-otto-schenk.html' title='1. VO - 3. März 2009 - Otto Schenk'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3391363064310898750.post-8051484946847684258</id><published>2009-03-15T16:05:00.000-07:00</published><updated>2009-04-30T12:12:51.836-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Österreich'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Peter Landesmann'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Judaistik'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Universität'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Institut'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Judentum'/><title type='text'>Judentum in Österreich heute - über eine Gesprächsreihe an der Universität Wien</title><content type='html'>Jetzt war ich schon zwei Mal dort und wieder habe ich mich gefragt, ob ich darüber &lt;span style="font-style: italic;"&gt;berichten&lt;/span&gt; soll, da es mir berichtenswert erscheint und ich noch nirgends gesehen hätte, dass jemand anderer darüber berichtet. Es geht um die Gesprächsreihe mit dem Titel "Judentum in Österreich heute", die in diesem Semester (Sommersemester 2009) von Peter Landesmann am Institut für Judaistik an der Universität Wien angeboten wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zusatztitel im Vorlesungsverzeichnis verrät: "&lt;span class="vlvz_titel"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Gespräche mit Beckermann, Brauer, Bronner, Eisenberg, Holender, Lansky, Lendvai, Lessing, Markus, Muzicant, Rabinovici, Schenk, Singer, Spera, Zadek."&lt;/span&gt; Da habe ich natürlich nicht lange gezögert um daran teilzunehmen, schließlich interessiere ich mich für Judentum, insbesondere in Österreich, aber auch für Publizistik/Journalismus (wofür etwa mit Bronner und Lendvai hochkarätige Gäste vorhanden sind).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Teilnahme ist übrigens ohne Anmeldung möglich (Studenten dürfen am Ende des Semesters eine Prüfung ablegen, die, je nach Studium, angerechnet werden kann). Ich schätze, dieser Termin (jeden Dienstag vormittag am Institut für Judaistik) hat sich bereits herumgesprochen oder wird sich noch weiter herumsprechen, eben da der Besuch für jeden möglich ist und da wirklich hochkarätige Gäste anwesend sein werden. Jedenfalls war der Saal beim zweiten Termin bereits etwas überfüllt - ich fürchte, es wird in Zukunft noch enger werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gesprächsleiter und Initiator des Ganzen ist DDDr. Peter Landesmann (ich hoffe, ich habe kein Dr. vergessen?). Landesmann hat, wie er am zweiten Termin verraten hat, sowohl in Judaistik, evangelischer und katholischer Theologie promoviert. Bei den Evangelen und Katholiken dürfte er der erste Jude gewesen sein, der in "deren" Studium promoviert hat - zumindest bedurfte es, bevor er abschließen konnte, zuerst einiger Regeländerungen und Genehmigungen durch die Religionsoberhäupter in Österreich.&lt;br /&gt;&lt;span class="vlvz_titel"&gt;&lt;br /&gt;Die "Vorlesung" ist öffentlich und findet jeden Dienstag von 11.15 bis 12.45 im Hörsaal 1 des Instituts für Judaistik am Campus der Universität Wien statt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Anmeldung ist nicht nötig, Studenten, die sich den Besuch für ihr Studium anrechnen lassen wollen, müssen jedoch Ende Semester eine mündliche Prüfung absolvieren. Der "Saal" hat etwa 40 Sitzplätze, inklusive Boden und Stehplätze fasst er rund 60 Personen; Da der Besuch für jeden möglich ist, und die Gäste durchwegs prominent sind, war die Sitzplatzkapazität bereits am ersten Termin ausgeschöpft, beim zweiten wären auch nur noch wenige Boden- und Stehplätze "frei" gewesen; ich "befürchte" eine Zunahme der Platznot bei Fortschreiten des Semesters.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Blog soll von nun an jeden Termin, jedes Gespräch, dokumentieren - zumindest die wesentlichen Inhaltspunkte.&lt;/span&gt; Ich werde zudem versuchen, Kontinuitäten, Gesprächspunkte, die bei jedem Gast angesprochen werden, zu erkennen und Gemeinsamkeiten/Unterschiede aufzeigen.&lt;span class="vlvz_titel"&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3391363064310898750-8051484946847684258?l=jioeh.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://jioeh.blogspot.com/feeds/8051484946847684258/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/judentum-in-osterreich-heute-uber-eine.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8051484946847684258'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3391363064310898750/posts/default/8051484946847684258'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://jioeh.blogspot.com/2009/03/judentum-in-osterreich-heute-uber-eine.html' title='Judentum in Österreich heute - über eine Gesprächsreihe an der Universität Wien'/><author><name>Jonas Reis</name><uri>http://www.blogger.com/profile/17298095674339764416</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
